Ratten in der Lüftungsanlage

  • vonPatrick Dehnhardt
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Langgöns(pad). Die HSG Kleenheim wollte den siebten Mittelhessencup in der Weidighalle Oberkleen ausrichten. Sogar drei Bundesligateams hatten sich zu dem Frauenhandballturnier angemeldet. Da die Sanierung der Halle jedoch nicht rechtzeitig fertig wurde, sagten die Organisatoren das Turnier kurzfristig ab. Nun folgte das politische Nachspiel in der Gemeindevertretung.

Anja Asmussen (SPD) wollte zunächst mit einem Dringlichkeitsantrag erfahren, warum die Bauarbeiten sich so verzögert haben, und wieso dies der HSG nicht mitgeteilt worden war. Zudem sollte geklärt werden, wie mit den für die HSG bereits entstandenen Kosten umgegangen werden soll - unter anderem liefen diese bei der Stornierung von Hotelzimmern auf.

Martin Hanika, Vorsitzender der Gemeindevertretung, wies darauf hin, dass der Gemeindevorstand zu diesem Thema nicht getagt habe, daher der Dringlichkeitsantrag formell nicht beantwortet werden könne. Stattdessen schlug er vor, den Bürgermeister den Sachverhalt unter Punkt Mitteilungen schildern zu lassen. Die SPD stimmte zu.

Bürgermeister Marius Reusch sagte, dass die Kommunikation mit der HSG von Verwaltungsseite aus verbesserungswürdig gewesen wäre. Dass es zu erheblichen Verzögerungen bei der Sanierung kommen würde, sei zunächst nicht absehbar gewesen. Doch beim Abtragen der Decke hätten die Arbeiter ein Rattenproblem rund um die Lüftungsanlage festgestellt. Dieses zu beseitigen, habe zu den ersten Verzögerungen geführt.

Dann hätten Baufirmen unabgesprochen ihre Arbeit unterbrochen. Die Gemeinde habe dies teils kritisch angesprochen, teils geahndet. Jedoch wäre damit der Zeitplan nicht mehr zu halten gewesen. Zwar habe man der HSG angeboten, das Turnier in die Sporthalle in Lang-Göns zu verlegen. Dazu habe es aber keine Anfrage vonseiten der Sportler gegeben. Reusch schlug vor, der HSG die angefallenen Kosten anteilig zu ersetzen.

Offenlegung der Bodenwäsche

Seit einigen Jahren hat der Niederkleener Steinbruch wieder einen Pächter. Dieser will auf dem Areal nun eine Anlage zur Bodenaufbereitung errichten, rund zehn Millionen Euro darin investieren. "Alle Planungsbehörden haben in ihren Stellungnahmen keine grundsätzlichen Bedenken", sagte Jürgen Knorz (CDU). Jedoch hätten die Gemeindevertreter eine genauere Definition gefordert, welche Art Bodenwäsche dort stattfinden werde. Diese liege nun vor. Der Betreiber habe mitgeteilt, dass eine "Aufbereitung von steinigen oder kiesigen-sandigen Böden sowie Bauschutt" stattfinden soll, um diese zu sortieren und weiterverwerten zu können.

Die Aufbereitung gefährlicher Abfälle ist verboten. Zudem muss die Ablage einen geschlossenen Wasserkreislauf besitzen.

Hans Dern (Grüne) sah kritisch, dass die Renaturierung in dem als Standort für die Anlage benötigten Bereich in weite Ferne rücke. Zudem fragte er, warum jemand so viel Geld in den Bau einer Anlage investieren wolle, wenn der Pachtvertrag nur noch sieben Jahre laufe.

Denise Boller (CDU) fragte nach, warum kein fester Termin für das Ende des Kalksteinabbaus genannt werde. Der anwesende Vertreter des Planungsbüros Fischer sagte dazu, dass dies vom Markt abhängig sei: Bei großer Nachfrage sei das Vorkommen schneller erschöpft, bei niedriger Nachfrage würde der Abbau länger dauern.

Hartmut Schunkert (Freie Wähler) zeigte sich erfreut, dass der Steinbruch verpachtet ist und somit die Gemeinde Gewerbesteuereinnahmen erhalte. Jedoch seien die zur Verfügung gestellten Unterlagen zu umfangreich: "400 Seiten Papier sind für einen kleinen Gemeindevertreter eine Überforderung." Generell geht er davon aus, dass bei der Bodenaufbereitung alles gesetzeskonform laufen werde: "Ein Unternehmer kann sich da nichts leisten. Mit einem Schubkarren voll Dreck muss ich heute schon eine Bodenuntersuchung auslösen."

Letztlich wurde bei drei Neinstimmen und einer Enthaltung für die Offenlegung des Flächennutzungsplans und des Bebauungsplans gestimmt. Die Bürger können diese nun bald im Rathaus einsehen und Stellungnahmen zu dem Projekt abgeben.

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