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Gruppenbild mit Preisträgern: (v. l.) Gastredner Reimer Gronemeyer, Bürgermeister Marius Reusch, Hans-Ulrich Theiss, Martin Lischka, Christian Straßheim, Peter Fleck, Monika Kosch, Günter Leidhold und Parlamentsvorsitzender Martin Hanika. FOTO: SE

Plädoyer für sozialen Zusammenhalt

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Langgöns(se). Seit 2009 gibt es diesen Brauch in Langgöns, in diesem Jahr wurde er fortgeführt: Im Rahmen eines festlichen Empfangs begrüßten Verantwortliche der Gemeinde mit Bürgermeister Marius Reusch und Parlamentschef Martin Hanika an der Spitze das neue Jahr und nutzten die Gelegenheit, danke zu sagen. Danke an Bürger der Gemeinde bzw. Personengruppen, die sich durch ihr ehrenamtliches Engagement in besonderem Maße um das Gemeinwohl verdient gemacht haben.

Theiss, Straßheim und die Müllpaten

Ausgezeichnet wurden Hans-Ulrich Theiss, Christian Straßheim und die Müllpaten, deren Ehrung Martin Lischka im Beisein einiger Mitstreiter entgegennahm. Bei Letzteren handelt es sich um eine Gruppe von Bürgern, die "wild" entsorgten Abfall im Gebiet der Gemeinde einsammeln.

Hans-Ulrich Theiss kann bereits eine lange Reihe ehrenamtlicher Tätigkeiten vorweisen: Elternbeiratsvorsitzender, Vorsitzender des Seniorenbeirats in Langgöns und des Kreises Gießen, Gründer des PC-Cafes, in dem er auch als Dozent tätig ist, Administrator im Seniorenbeirat, im Arbeitskreis "Leben nach Tschernobyl" und im Projekt Selbst.Ständig!leben in Langgöns".

Christian Straßheim - Dritter im Bunde der frisch gebackenen Ehrenamtspreisträger - engagiert sich seit 30 Jahren als Vorstandmitglied, Trainer und sportlicher Leiter zum Wohle des Handballs in Oberkleen und der SG Kleenheim.

In seiner Begrüßungsrede sprach Bürgermeister Reusch den Wandel an, in dem sich die Gesellschaft befindet. "Für viele sogar beängstigend. Vor Ort sollten wir den Wandel nicht einfach ertragen, sondern aktiv gestalten", bemerkte er und schlug damit einen Bogen zur Gemeinde Langgöns: "In zwei Jahren sollen alle Verwaltungsleistungen online vorgenommen werden können", berichtete der Rathauschef, der an die Installation eines Bürgerbusses erinnerte und dazu aufrief, den "sozialen Zusammenhalt zu pflegen und zu fördern".

Mit seiner Rede schaffte Reusch den perfekten Übergang zum Vortrag des Gastredners Prof. Dr. Reimer Gronemeyer, Soziologieprofessor an der Justus-Liebig-Universität in Gießen, Vorstandsvorsitzender der Aktion Demenz und Pallium - Forschung und Hilfe für soziale Projekte.

Der gebürtige Hamburger lebt seit Mitte der 1970er Jahre in Mittelhessen und wohnt in Niederkleen. "Ich habe Angst, dass der Zusammenhalt der Gesellschaft in Gefahr geraten kann", erklärte er und wies darauf hin, dass in 20 Jahren deutschlandweit 350 000 Pflegeplätze und -kräfte in einer ähnlichen Größenordnung fehlen würden. Das verdeutliche die Bedeutung der ehrenamtlichen Kräfte. Gronemeyer äußerte die These, dass der Zusammenhalt einer Gesellschaft daran gemessen werde, ob Pflegedürftige und deren Angehörige im Stich gelassen werden.

Mit einer kurze Rede entließ Matin Hanika die zahleichen Anwesenden in den "gemütlichen" Teil des Abends. "Menschlich ist, wenn man zusammenkommt, menschlich ist ein Gespräch, wenn man zuhört", rief er den Gästen zu. Diese verstanden den Ausspruch als Aufforderung und ließen den Neujahrsempfang mit einem freundlichen Austausch von Gedanken ausklingen.

Optisch verfeinert wurde der Neujahrsempfang, diesmal im Foyer des Bürgerhauses, durch eine Bilderausstellung der Langgönser Künstlerinnen Dr. Hedwig Waldmann-Klement und Maria Bär. Für die musikalische Untermalung sorgte die Musikgruppe CB Jazz Band.

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