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"Vorübergehend geschlossen": Das Paul-Schneider-Freizeitheim soll zunächst bis Ende 2020 für Jugendfreizeiten o. ä. nicht mehr zur Verfügung stehen. Die Gemeinde setzt sich für den Fortbestand ein.

Plädoyer fürs Paul-Schneider-Freizeitheim

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Langgöns (se). Die Gemeinde Langgöns wird sich für den Fortbestand des Paul-Schneider-Freizeitheimes in Dornholzhausen einsetzen. Die Gemeindevertreter stimmten einstimmig dafür, dass sich der Gemeindevorstand mit dem für das Heim zuständigen Kirchenkreis an Lahn und Dill in Verbindung setzt, um einen "zeitnahen Besichtigungstermin für den Sozialausschuss zu vereinbaren, um sich vor Ort über die vielfältigen Einrichtungen und Anforderungen zu informieren", heißt es in dem von CDU/FDP und Grünen gestellten Antrag.

Größere Park-and-Ride-Anlage

In der Begründung wird darauf hingewiesen, dass das Heim "aufgrund der personellen Situation ab dem 15. Mai 2019 bis zum 31. Dezember 2020 zunächst vorübergehend geschlossen ist". Die Antragsteller verweisen darauf, dass "in dem Heim mit seiner herrlichen und verkehrsgünstigen Lage am Waldrand und der schönen Außenanlage seit über 60 Jahren viele Jugendliche naturnahe Freizeiten verbracht haben". Dr. Michael Buss (Grüne) sieht in der Schließung auch "eine Schwächung des ländlichen Raumes". Jürgen Knorz (CDU) nannte einen weiteren Aspekt: "Das Gedenken an den Namensgeber Paul Schneider sollte uns Verpflichtung sein, an dem Fortbestehen des Freizeitheims mitzuwirken." Der evangelische Pfarrer Paul Schneider, der in dieser Funktion unter anderem in Hochelheim und Dornholzhausen tätig gewesen war, wurde am 18. Juli 1939, also vor fast genau 80 Jahren, von den Nationalsozialisten im KZ Buchenwald bei Weimar ermordet.

Einstimmig sprachen sich die Gemeindevertreter auch für die Erweiterung der Park- and-Ride-Anlage am Langgönser Bahnhof aus und folgten damit einem Antrag der Koalition; hier sollen Richtung Norden weitere Parkplätze geschaffen werden. Nun soll der Verkehrsausschuss ein Konzept erarbeiten. In der Sitzung am Donnerstagabend wurde einstimmig beschlossen, die Straßenbeleuchtung in Espa auf LED-Lampen umzustellen. An den "runden Tisch" weitergegeben wurde ein Antrag, wonach in Langgöns acht Tagespflegeplätze eingerichtet werden sollen.

Zumeist einstimmig sprachen sich die Gemeindevertreter dafür aus, in Niederhofen den Baumbestand zu erhalten; nur stark erkrankte Bäume sollen nach und nach ersetzt werden. Damit folgte die Vertreterversammlung ebenso der Beschlussempfehlung des Fachausschusses wie bei der Erstellung eines Verkehrskonzeptes mit Nahmobilitäts-Check für die Kerngemeinde, der Umgestaltung des Friedhofs in Oberkleen, für die einschließlich Baunebenkosten rund 273 000 Euro veranschlagt wurden, sowie der Schaffung weiterer Parkplätze für die Feuerwehr Oberkleen (Kosten: 145 000 Euro).

Einstimmig erfolgte auch die Entlastung des Gemeindevorstandes zum Jahresabschluss 2012 und 2013. Wie Bürgermeister Marius Reusch berichtete, werde nach der neuesten Hochrechnung der Waldwirtschaftsplan mit einem Minus von 9500 Euro abschließen. "Wir sind noch glimpflich davongekommen", konstatierte der Rathauschef. Klaus Kutt (FW) nutzte diesen Tagesordnungspunkt, um auf die Situation der Wälder nicht nur in Langgöns hinzuweisen, die er unter anderem als "dramatisch und furchtbar" bezeichnete. "Wir müssen uns davon verabschieden, dass der Wald Gewinn abwirft, dennoch ist er für uns unersetzlich", erklärte er.

Die Gemeindevertreter sprachen sich einstimmig für den Erhalt des Projektes "Selbst. Ständig! leben in Langgöns" aus. Danach hat der Gemeindevorstand die personellen und organisatorischen Anforderungen neu zu definieren. Die Finanzierung in Höhe von 40 000 Euro jährlich soll ab dem 1. November zur Hälfte die Gemeinde Langgöns und die AWO Hessen Süd übernehmen. An den Haupt-, Finanz- und Gleichstellungsausschuss weitergeleitet wurde ein SPD-Antrag, nach dem die Gebühren für die Räumung einer Grabstätte bereits mit dem Erwerb fällig werden sollen.

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