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Kammerlander

Der persönliche Schicksalsberg

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Langgöns(lbh). Der aus Südtirol stammende Bergsteiger Hans Kammerlander war nun im Bürgerhaus in Dornholzhausen zu Gast. Auf seinen Touren zu den höchsten Berggipfeln der Welt erlebte Kammerlander bereits Atemberaubendes, aber auch Schockierendes. Untermalt wurde der Vortrag von spektakulären Bildern der höchsten Gipfel unserer Welt.

Der Name des Vortrags, "Manaslu - der Geisterberg" bezieht sich auf den achthöchsten Berg der Erde, den Manaslu in Nepal. "Mein Schicksalsberg" nannte ihn Kammerlander. Bei der Besteigung dieses Berges geriet Kammerlander mit seinen beiden Begleitern Friedl Mutschlechner und Carlo Großrubatscher in ein Unwetter. Letztlich kostete die Expedition seine beiden Begleiter das Leben. Kammerlander war eine ganze Nacht bei Sturm alleine in seinem Zelt gefangen, bevor er am nächsten Tag zu seinen Kollegen in das Basislager zurückkehren konnte.

Trotz dieser Erlebnisse faszinierte ihn das Land Nepal und seine Bewohner weiterhin. "Ich bin wegen der Berge nach Nepal gefahren, aber wegen den Leuten über 40-mal wiedergekehrt", sagte Kammerlander. Allein die enormen Mühen, welche die Bergführer und Sherpas auf sich nehmen, um Gepäck in die Basislager auf den Bergen zu bringen, seien für ihn sehr erstaunlich gewesen.

Auf seinen Expeditionen nahm Kammerlander nie Sauerstoffflaschen mit. Außerdem bestieg er Berge teils ohne Sicherungen oder auch im "Alpin-Stil", bei dem man einen Berg ohne festgelegte Route in einem Zug vom Basislager bis zum Gipfel besteigt, ohne dabei Fremdhilfe zu haben. Die gesamte Verpflegung und Ausrüstung, die man für einen solchen Aufstieg benötigt, muss man selbst mitführen. In Pakistan war er eine ganze Woche lang ohne Hilfe auf einem Berg unterwegs. Den Abstieg bewältigte Kammerlander mehr als nur einmal mithilfe von Skiern, mit denen er auch an extremen Steilhängen abfuhr.

Die Einnahmen der Veranstaltung kamen einer Spende für die Nepalhilfe Beilngries zugute. Das Geld übergab Marco Kreiling vor Beginn des Vortrags persönlich an Hans Kammerlander. Er hatte den Ausnahmebergesteiger vor einigen Jahren kennengelernt und den Kontakt mit ihm für die Veranstaltung hergestellt. (Foto: lbh)

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