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Auf dem Parkplatz am Bürgerhaus Lang-Göns sind die Parklücken für moderne Autos zu schmal.

Parkplätze für moderne Autos zu schmal

  • Patrick Dehnhardt
    VonPatrick Dehnhardt
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»Ich finde keinen Parkplatz« sang 1984 Herbert Grönemeyer. Der Titel hat gerade hinter dem Lang-Gönser Bürgerhaus Ohrwurmcharakter. Wenn Sport-, Schul- und Veranstaltungsbetrieb zusammenfallen, ist dieser schnell voll - und verbleibende Parklücken selbst mit Kleinwagen nur schwer nutzbar.

Ob die Freien Wähler (FW) auf die Idee für diesen Antrag bei der Suche nach einer Parklücke hinter dem Langgönser Bürgerhaus kamen? Denn wer hier zu spät kommt, steht oft vor dem Problem, dass nichts mehr frei ist, wo man sich hineinstellen könnte, wenn man nicht über den Kofferraum aussteigen will.

In der Gemeindevertretersitzung Langgöns regten die FW nun die Umgestaltung des Parkplatzes am Bürgerhaus im Kernort an. Zum einen sollen Hol- und Bringzonen für Grundschule und Kindertagesstätte geschaffen werden. Da mittlerweile viele Kinder von der Haus- zur Schultür gefahren und danach auch abgeholt werden, um rechtzeitig zum Sportkurs zu kommen, um sich dort zu bewegen, braucht es diese Zonen - auch um die Gehwege von haltenden Autos für die Kinder freizuhalten, die noch zu Fuß kommen.

»Eine Neuordnung der Parkplätze und das Einrichten von Hol- und Bringzonen erhöht in dem Bereich die Sicherheit von Kindergarten- und Schulkindern«, begründete Sebastian Fuchs (FWG) den Antrag. Dabei soll auch das Problem angegangen werden, dass es mittlerweile kaum noch Autos gibt, die in die eingezeichneten Parkplätze passen.

»Die Autos sind erheblich größer geworden und der Verkehr hat stark zugenommen«, sagte Fuchs. Er schildert, dass mittlerweile Mitarbeiter der Grundschule und der Kita extra entfernt parken, um ihre Autos vor Parkplatzremplern zu schützen.

Da Langgöns den Autobauern keine Vorgaben machen kann, wie breit ein Auto maximal sein darf, bleibt daher nichts anderes übrig, als breitere Plätze zu markieren. Die Gemeindevertreter stimmten dem Antrag bei einer Nein-Stimme zu.

Ebenfalls um das Thema Mobilität drehte sich ein Antrag für mehr E-Mobilität im Fuhrpark der Gemeinde. Christoph Meywald (FWG) sagte, dass die Kommune in Sachen Klimaschutz ein gutes Beispiel geben solle und daher »die Anschaffung von Elektrofahrzeugen präferieren« müsse.

Zudem solle Langgöns ein Konzept für die Aufstellorte von Schnellladesäulen erstellen. »Bei der Infrastruktur der Ladesäulen gibt es Nachholbedarf. Bis jetzt gibt es keine einzige Schnellladesäule mit mehr als 100 kw in der Gemeinde«, sagte Meywald.

Netz zu schwach

Bürgermeister Marius Reusch sagte, dass die kommunalen E-Ladesäulen bislang nur schwach frequentiert würden. Dies könne auch am »Wust von verschiedenen Bezahlsystemen« liegen. In Oberkleen habe man jüngst das Aufstellen einer Schnellladesäule geprüft. Nur: »Das geht bei der bestehenden Infrastruktur nicht. Das Netz gibt es nicht her.«

Der Bürgermeister verwies darauf, dass das Gemeindedienstfahrzeug und der neue Bürgerbus elektrisch betrieben seien. Reusch sagte, dass man sich derzeit in Gesprächen mit einem örtlichen Mineralölhändler über synthetische Kraftstoffe befinde. »Das wäre eine Möglichkeit für CO2-neutrale Bauhoffahrzeuge.« Der Antrag wurde in den Umweltausschuss verwiesen.

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