Neujahrsempfang in Langgöns: Energiepolitik im Fokus

Langgöns (hjp). Während des Neujahrsempfang der Gemeinde Langgöns hat Gastredner Peter Momper von der "Bioenergie-Region Mittelhessen" an die politischen Parteien in der Kommune appelliert, einen breiten Konsens zu finden, auf dem das zukünftige energiepolitische Handeln basiert.

"Dieser Konsens drückt sich aus in gemeinsamen politischen Beschlüssen sowie der Definition von Leitzielen und konkreten Umsetzungszielen", so Peter Momper. Die Ziele sollten für alle, die den Prozess der Energiewende unterstützen wollen, den roten Faden bilden, an dem sie sich orientieren können, reklamierte der Vertreter des Netzwerks Bioenergie.

Wie Momper fortfuhr, müssten zugleich strukturierte Beteiligungsprozesse organisiert werden, die – auch in Zeiten der klammen Kassen – eine bisweilen wenig genutzte Ressource, nämlich das Fachwissen und die Kompetenz ihrer Bürger, nutzten.

Nur 6 Prozent aus Erneuerbaren

Eingangs hatte der Gastredner darauf hin gewiesen, dass die mittelhessischen Kommunen derzeit noch weit entfernt seien vom mutig gesteckten Ziel, in dieser Region bis 2020 ein Drittel der gesamten benötigten Energie aus erneuerbaren Energieträgern zu bestreiten. Der Landkreis Gießen komme derzeit nur auf sechs Prozent (Stand Oktober 2011), und Langgöns liege zusammen mit Wettenberg und Grünberg am unteren Ende der Fahnenstange mit gerade einmal zwei Prozent Anteil der erneuerbaren Energie.

Dabei müsse man nach Fukushima nicht mehr darüber diskutieren, ob der Ausbau der erneuerbaren Energien der richtige oder falsche Weg sei. Jetzt müsse diskutiert werden, wie und wie schnell die gesetzten Ziele erreicht werden könnten. Zudem müsse man sich immer wieder vor Augen führen, warum all dies getan werden müsse.

Das gemeinsame und wichtige Ziel sei, zwei gravierende existenzielle Zukunftsprobleme zu lösen, die für viele Menschen bereits jetzt hohe Aktualität hätten. Da sei zum einen der Klimawandel mit seiner hohen Konzentration an Treibhausgasen und andererseits die Sicherung von Energie- und Rohstoffressourcen.

Als Handlungsstrategien für den Klimaschutz empfiehlt Momper eine Abkopplung der Energieversorgung von fossilen Energieträgern wie Gas und Öl, deren Verbrennung klimaschädliche Gase produzieren. Weiter müsse die Menge der eingesetzten Energie deutlich reduziert werden durch Einsparung und Energieeffizienz. Neben den Kommunen seien aber auch die Bürger aufgerufen, mit den Ressourcen effizient umzugehen und eigene Beiträge für den Ausbau der erneuerbaren Energien zu leisten.

Erreicht werden könne dies durch den Einsatz von energieffizienteren Haushaltsgroßgeräten, Vermeidung von "Stand by" bei Computer, Fernseher und Co, der Einsatz von Energiesparlampen, richtigem Lüften wie auch den richtigen Einsatz von Thermostatventilen. Momper regte an, das Angebot der Deutschen Energieagentur zu nutzen und unter stromsparcheck.stomeffizienz.de einen Stromsparcheck durchzuführen.

Neben Mompers Rede zu den Möglichkeiten einer regenerativer Energienutzung hatte die Gemeinde bei der mit rund 80 Teilnehmern relativ gut besuchten Veranstaltung eine kleine Gemäldeausstellung mit Bildern heimischer Künstler organisiert. Für die musikalische Unterhaltung sorgten der Kantor der evangelischen Jakobuskirche, Hans-Joachim Reh (E-Piano) und seine Tochter Janina (Gesang).

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