Kommunalwahl im Kreis Gießen

Wahl der Gemeindevertretung in Langgöns: Neue alte Koalition

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Die CDU und die Grünen verzeichnen starke Stimmengewinne. Eine Fortsetzung der seit 15 Jahren existierenden Partnerschaft der beiden Fraktionen - nun erstmals ohne die nicht angetretene FDP - erscheint als die naheliegendste Koalition.

Langgöns (srs). Zwei deutliche Gewinner hat die Wahl der Gemeindevertretung in Langgöns: Die CDU und die Grünen verzeichnen starke Stimmengewinne im Vergleich zu den Kommunalwahlen vor fünf Jahren. Die Christdemokraten legen um 5,7 und die Grünen gar um 7,3 Prozentpunkte zu.

Eine Fortsetzung der seit 15 Jahren existierenden Partnerschaft der beiden Fraktionen - nun allerdings erstmals ohne die in diesem Jahr nicht angetretene FDP - erscheint daher als die naheliegendste Koalition. »Das Ergebnis verstehen wir als Bestätigung und Zustimmung für unsere Politik«, erklärte denn auch Dr. Michael Buss von den Grünen am Montagabend.

Den Christdemokraten dürfte die Popularität des Bürgermeisters Marius Reusch (CDU) geholfen haben. Erstmals nach 2006 sind sie wieder die stärkste Fraktion in Langgöns und lösen damit nach zehn Jahren die SPD ab.

Die Grünen dürften von den landesweiten Zustimmungswerten profitiert haben. Möglicherweise haben speziell in Langgöns aber auch Diskussionen um mehr Naturschutz angesichts mehrerer Überschwemmungen zu den deutlichen Stimmengewinnen geführt.

Besiegelt ist ein schwarz-grünes Bündnis, also eine neue alte Koalition, die über eine Mehrheit von 21 der 37 Sitze in der Gemeindevertretung verfügen würde, allerdings noch nicht, wie Jürgen Knorz von der CDU betont.

Man werde als stärkste Fraktion in den kommenden Tagen Verhandlungen führen, die Grünen seien dabei der erste Gesprächspartner. Knackpunkte und strittige Themen gibt es zwischen CDU und den Grünen bei den Planung für neue Wohn- und Gewerbegebiete, für die sich vor allem die CDU und weniger die Grünen im Wahlkampf ausgesprochen haben.

Und so könnten bei einem Scheitern der Gespräche plötzlich die Freien Wähler als Koalitionspartner der CDU in die Regierungsrolle schlüpfen. Auch sie weisen leichte Stimmenzuwächse auf - um 0,35 Punkte auf nun 16,45 Prozent. In Espa erhielten die Freien Wähler, die sich für die Abschaffung der einmaligen Straßenbeiträge in der Gemeinde aussprechen, gar die meisten Stimmen aller angetretenen Parteien.

Der SPD dürfte die Oppositionsrolle zukommen. Nach 33,9 Prozent im Jahr 2016 kommen sie auf nur noch 26,55 Prozent. Die Sozialdemokraten haben in keinem einzigen Ortsteil die Mehrheit erlangt, in Niederkleen stürzten sie auf ein historisch niedriges Ergebnis von 13,86 Prozent ab.

Die Wahlbeteiligung lag in Langgöns bei 51,61 Prozent. Für Gesprächsstoff sorgte am Montag die Wahl des früheren Bürgermeisters Horst Röhrig in die Gemeindevertretung. Er war für die SPD auf dem vorletzten Listenplatz 36 angetreten, durch Kumulieren und Panaschieren aber wurde er ins Parlament gehievt. Auf Nachfrage dieser Zeitung machte er klar, dass er sich über das Ergebnis zwar freue. »Ich werde die Wahl aber nicht annehmen.«

Für Diskussionen sorgte außerdem ein Teilergebnis in Espa - allerdings nicht im Rahmen der Kommunalwahl, sondern bei der Wahl des Kreistags. In dem Ortsteil kam die AfD, wo deren Bundestagsabgeordnete Joana Cotar lebt, auf die meisten Stimmen aller Parteien und erreichte dort 27,66 Prozent der Stimmen. »Bestürzend«, sagte Bürgermeister Marius Reusch.

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