Naturschützer zählen Hamsterbauten

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Langgöns/Pohlheim (edg). Wer sich für Feldhamster im Kreis Gießen engagieren möchte, kann diesen Sommer um Langgöns und Pohlheim mithelfen. Dort sind Naturschützer vom Projekt Feldhamsterland im August unterwegs, um die bedrohten Nager aufzuspüren. Genauer gesagt, suchen sie die Baue von Feldhamstern in abgeernteten Getreidefeldern. Um die Äcker an insgesamt vier Terminen abzulaufen, werden Freiwillige gesucht. Mitmachen kann jeder, der gerne draußen und gut zu Fuß ist. Die Daten sollen helfen, die letzten hessischen Bestände besser einzuschätzen und zu schützen.

Bereits im Frühjahr dieses Jahres hatte ein Team um Hessens einzige hauptamtliche Hamsterschützerin Melanie Albert das Areal im Kreisgebiet nach Hamsterbauten abgesucht. Rund 40 Hektar sind die Regionalkoordinatorin für Hessen und ihr Team im April und Mai abgelaufen und dabei auf rund 60 Bauten gestoßen - das entspricht 1,5 Bauen pro Hektar. "Das ist eine gute Ausgangslage, denn da wo viele Artgenossen sind, lässt es sich leichter einen Partner finden und somit Nachwuchs produzieren", sagt Albert. "Wir sind gespannt, wie sich die Bestände über den Sommer entwickelt haben."

Die Bauten der Feldhamster liegen in Getreidefeldern und sind als sechs bis acht Zentimeter große Löcher im Boden zu erkennen. Darunter verbergen sich bis zu zwei Meter tiefe Röhren, in denen sie zwischen Ende Mai und Anfang August ihre Jungen aufziehen. Albert und ihr Team vermessen die Bauten und zeichnen sie auf einer Karte ein. Im Sommer wird sich auch zeigen, wie wirksam Schutzzonen sind, die Landwirte eingerichtet haben. In diesen Bereichen ist das Getreide noch nicht geerntet, sondern bleibt noch bis Oktober stehen, um den Nagern ein Versteck vor Raubvögeln und Co. sowie Nahrung zu bieten.

In Langgöns und Pohlheim werden seit vielen Jahren zahlreiche Schutzmaßnahmen umgesetzt, die zu einem stabilen Zustand der Lebensgemeinschaft beigetragen haben. Nach Einschätzung der Biologin ist die Hamsterpopulation in Langgöns und Pohlheim eine der besten in Hessen. Obwohl das Gebiet relativ klein sei, gebe es hier eine hohe Hamsterdichte. Die Bestände werden jedes Jahr in Teilen der Gebiete stichprobenartig erfasst - jeweils im Frühjahr und im Sommer.

Neben Langgöns und Pohlheim werden auch Felder in der Wetterau, um Frankfurt und im Main-Kinzig-Kreis kartiert. Für ganz Hessen schätzt Albert den Feldhamsterbestand auf eine vierstellige Zahl. Gefährdet ist der Nager durch intensive Landwirtschaft, Lebensraumverlust und Fressfeinde.

An folgenden Terminen sind Hamsterkartierungen geplant: In Langgöns: Donnerstag, 1. August, 18 bis 21 Uhr, Mittwoch, 7. August, 7 bis 11 Uhr. In Pohlheim: Freitag, 2. August, 7 bis 11 Uhr, Montag, 5. August, 18 bis 21 Uhr.

Anmeldung sowie nähere Informationen zu Ablauf und Treffpunkt per E-Mail unter: melanie.albert@feldhamster.de.

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