Das Hochwasserwehr bei Dornholzhausen. So wie die anderen Wehre entlang des Kleebachs darf es bislang nur von Mitarbeitern des Wasserverbandes Kleebach bedient werden. FOTO: PAD
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Das Hochwasserwehr bei Dornholzhausen. So wie die anderen Wehre entlang des Kleebachs darf es bislang nur von Mitarbeitern des Wasserverbandes Kleebach bedient werden. FOTO: PAD

Unwetter

Nach Starkregen: Gemeinde Langgöns plant Hilfsfonds für Hochwasseropfer

  • Patrick Dehnhardt
    vonPatrick Dehnhardt
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Der Starkregen hat in den vergangenen Wochen im Kleebachtal Spuren hinterlassen. Die Gemeinde Langgöns will nun nicht nur Betroffenen helfen, sondern auch Lösungwege für die Zukunft suchen.

Sowohl am Muttertag als auch in der Nacht vom 13. auf den 14. Juni schüttete es im Kleebachtal wie aus Eimern. Teilweise fielen bis zu 100 Liter Regen pro Quadratmeter. Die Folgen waren Schlammlawinen, überflutete Straßen und vollgelaufene Keller.

In der Gemeindevertretung wurde nun ein Vorschlag vorgestellt, wie die Betroffenen unterstützt werden sollen. Demnach soll - so wie bereits nach einem Unwetter in LangGöns 2008 - ein Hilfsfond eingerichtet werden, sagte Bürgermeister Marius Reusch. Der Kreis der Antragsberechtigten soll über die bei der Feuerwehr gemeldeten Schadensstellen eingegrenzt werden.

Hilfe für privaten Hochwasserschutz

Die Gemeinde will nicht nur bei der Reparatur der Schäden unterstützen, sondern auch den privaten Hochwasserschutz fördern. Wer beispielsweise Alu-Elemente anschafft, die das Eindringen von Wasser verhindern sollen, soll bis zu 50 Prozent der Kosten durch die Gemeinde zurückerhalten - nach oben gedeckelt auf maximal 2000 Euro. Der Hilfsfonds soll ein Volumen von 50 000 Euro pro Jahr erhalten. Der Haupt- und Finanzausschuss wird über den Hilfsfonds abschließend in seiner nächsten Sitzung beraten.

Grüne, FDP und CDU signalisierten in einem Antrag bereits ihre Unterstützung für den Hilfsfonds. Jürgen Knorz (CDU) kritisierte, dass in der Nacht vom 13. auf 14. Juni die beiden Stauwehre am Kleebach lange Zeit wirkungslos blieben, da sie vor Ort niemand regulieren durfte. "In Niederkleen versteht niemand, warum wir diese teuren Schutzanlagen haben, und sie nicht bedienen." Er forderte, dass die Feuerwehr berechtigt werden müsse, im Notfall die Wehre manuell steuern zu dürfen. Bislang sei dies dem Wasserverband vorbehalten.

Kleebach durfte bislang nicht ausgebaggert werden

Reusch berichtete, dass bereits Gespräche mit dem Wasserverband und dem Regierungspräsidium (RP) über die zukünftige Regulierung der Stauwehre bei Starkregen geführt würden. Die Bauwerke seien eigentlich für langsam steigende Hochwasser ausgelegt.

Deutlich wurde bei dem Starkregen auch, dass Pflanzen und Schlammablagerungen dafür gesorgt hatten, dass sich der Kleebach rund um Niederkleen staute und den Dorfkern überflutete. Die Gemeinde darf jedoch nicht ohne Genehmigung das Bachbett räumen. Der Bürgermeister berichtete, dass die Verwaltung bereits vor dem Hochwasser mit der Naturschutzbehörde und der Wasserbehörde darüber gesprochen hatte. "Jetzt haben wir den Beweis bekommen, dass es ein Problem gibt." Er hofft, dass nun aufgrund der akuten Gefahr noch diesen Sommer ausgebaggert werden darf.

In Dornholzhausen wurden als erste Maßnahme gegen Schlammlawinen ein zusätzlicher Flutgraben und ein neuer Abfang am Feldweg angelegt.

Um den Hochwasserschutz im Kleebachtal zu optimieren, will die Gemeinde sich nun fachliche Hilfe ins Boot holen. Bürgermeister Reusch stellte den Antrag vor, ein Ingenieurbüro damit zu beauftragen, eine Starkregengefahrenkarte für das Kleebachtal zu erstellen. Dabei soll untersucht werden, wohin und wie schnell das Wasser von welchen Feldern und Berghängen abfließt und wo es bei bestimmten Niederschlagsmengen zu Problemen kommt. Das Büro soll auch konkrete Handlungsempfehlungen für solche Fälle erarbeiten. "Wir hoffen zudem auf Hinweise zur Regulierung und dem Nutzen der Staubecken."

Hochwasserschutz verbessern

Die Analyse für einen Quadratkilometer Gelände kostet in der Regel zwischen 1000 und 1250 Euro. Um den Kleebach ausreichend zu betrachten, müssten auch Flächen außerhalb des Gemeindegebiets analysiert werden, erklärte Reusch. Insgesamt ginge es um 55 Quadratkilometer Einzugsgebiet.

Zu den Kosten gebe es bereits zwei gute Nachrichten: Zum einen will sich der Wasserverband Kleebach an der Untersuchung beteiligen. Zum anderen ist Langgöns seit einigen Monaten Mitglied in der Charta der Klima-Kommunen. Da es sich bei der Starkregenanalyse um eine Maßnahme zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels handele, könnten bis zu 90 Prozent der Kosten gefördert werden. Auf die Gemeinde würden rund 6500 Euro Kosten zukommen. Der Haupt- und Finanzausschuss wird über diesen Antrag beraten.

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