Weltkriegsbomben

Munition schlummert im Untergrund: Dieser Wald bei Langgöns soll gesperrt werden

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Im Zweiten Weltkrieg fielen viele Bomben in das "Wehrholz" zwischen Lang-Göns und Niederkleen. Die Blindgänger liegen noch heute dort. Sie zu finden wäre teuer...

Geht es nach dem Ausschuss für Umwelt, Energie und Verkehr der Gemeinde Langgöns, wird ein größeres Waldstück im Wehrholz, zwischen der Landesstraße L3133 von Lang-Göns nach Niederkleen und dem Magnapark gelegen, stillgelegt. Dies empfahl das Gremium vor Kurzem einstimmig. Die Gemeindevertretung entscheidet am Donnerstagabend des 31. Januar über die Stilllegung.

Nach einem Bericht von Jürgen Hackerott, Bereichsleiter Produktion beim Forstamt Wetzlar, und Revierförster Rolf Krämer sei die rund 237 000 Quadratmeter große Waldfläche mit Munition belastet. Diese stamme von Bombenabwürfen im Zweiten Weltkrieg. So habe die Untersuchung einer Probefläche durch eine Kampfmittelbeseitigungsfirma aus Hamburg ergeben, dass sich im Boden "ein starkes Vorkommen an metallischen Einlagerungen" befinde. Der Wald südlich der L 3133 dürfte also mit Blindgängern belastet sein. Außerdem befinden sich in einigen Bäumen Metallsplitter. Die bestätigte Bürgermeister Horst Röhrig auch in einem Bericht der "Hessenschau".

Untersuchung würde 750 000 Euro kosten

Nach einem Bericht der Waldwirtschaftskommission belaufen sich die Kosten der Untersuchungen auf rund 750 000 Euro. "Hinzu kommen noch die Beseitigungskosten nach Anfall", heißt es in dem Bericht weiter. Den ursprünglich vorgesehenen Holzeinschlag wird es, geht es nach Bürgermeister Horst Röhrig, der Waldwirtschaftskommission und dem Umweltausschuss daher nicht mehr geben. Stattdessen soll die Stilllegung der Waldabteilungen beschlossen werden. Im Zuge der Stilllegung wurde eine Ökokontomaßnahme getroffen. Der damit beauftragte Landschaftspflegeverband (LPV) hat in seiner Bewertung festgestellt, dass mindestens 1,037 Millionen Ökopunkte mit einem Gesamtwert von 350 000 Euro erreichbar seien. "Für die Bewertung war das hohe Alter der Bäume mit entsprechendem hohen Naturschutzwert von ausschlaggebender Bedeutung", heißt es in der Stellungnahme des LPV. Voraussetzung ist, dass die Flächen "dauerhaft komplett stillgelegt werden und damit jegliche Nutzung unterbleibt".

Zuwege mit Schranken sperren

Außerdem können die Zuwege durch Schranken gesperrt werden. Auf jeden Fall werden Warnschilder mit der Aufschrift "Munitionsverdachtsfläche – Betreten verboten" aufgestellt. Allerdings können in dem Gebiet nach wie vor Jagden durchgeführt werden. Und trotz der Stilllegung wird die Verkehrssicherung der Wege aufrechterhalten.

Apropos Wald: Da die Holzvermarkung aus den gemeindlichen Wäldern ab dem 1. Januar nicht mehr von Hessen Forst vorgenommen wird, hat sich Langgöns nach einem anderen Vermarktungspartner umgesehen und diesen in der Fürstlichen Forstverwaltung Braunfels gefunden. Von 1. Februar 2019 bis zum 30. September 2020 läuft der Vertrag. In der Zwischenzeit hat die Gemeinde Gelegenheit, sich nach anderen Partnern umzusehen oder auch die Zusammenarbeit fortzusetzen.

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