Fahrer externer Dienstleister dürfen das Briefzentrum Langgöns aktuell nicht betreten. FOTO: LKL
+
Fahrer externer Dienstleister dürfen das Briefzentrum Langgöns aktuell nicht betreten. FOTO: LKL

Mehr Pakete, weniger Briefe

  • vonLena Karber
    schließen

Langgöns(lkl). Geschlossene Firmen, Einkäufe über das Internet - die Begleitumstände der Corona-Pandemie haben auch Auswirkungen auf die Deutsche Post. Im Briefzentrum Langgöns etwa, das normalerweise täglich durchschnittlich 800 000 Sendungen durchlaufen, werden aktuell deutlich weniger Briefe und dafür sehr viel mehr kleinformatige Paketsendungen, sogenannte warentragende Sendungen, bearbeitet. Jener Trend ist jedoch nicht auf Langgöns beschränkt, er macht sich bundesweit bemerkbar.

Vera Guderian ist Leiterin der Niederlassung Gießen. Sie ist für etwa 2200 Zusteller und für die Briefzentren in Langgöns und Freudenberg bei Siegen zuständig. Guderian sagt, dass das Briefaufkommen merklich gesunken sei, liege vor allem daran, dass weniger Werbesendungen und Kataloge versendet werden. Dafür sei aber die Menge an Paketen in gleichem Maße gestiegen - und das, obwohl das Briefzentrum Langgöns nur kleinformatige Sendungen durchlaufen, die größeren in Paketzentren bearbeitet werden.

Wie in vielen anderen Branchen und Firmen haben sich die Arbeitsbedingungen seit Beginn der Pandemie verändert. "Als das Ganze losging, sind wir durch die Halle gelaufen und haben geschaut, wo der Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann", sagt Guderian. Nach der Sondierung habe man dann Trennwände aus Plexiglas einzogen, Vorhänge aus dicker Folie aufgehängt, Desinfektionsspender aufgestellt, die Aufenthaltsräume umgeräumt und mehrere Stoffmasken für die Angestellten zur Verfügung gestellt.

In bestimmten Bereichen, wo die Einhaltung eines Abstands von zwei Metern nicht möglich sei, habe man eine Maskenpflicht eingeführt, in anderen Bereichen sei das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung freiwillig. In Langgöns habe man zudem weitere Maßnahmen ergriffen, erzählt Guderian: Statt eines Wasserspenders gibt es nun einen Kühlschrank mit kleinen Wasserflaschen. Und Mitarbeiter externer Transportdienstleister dürfen das Gebäude gar nicht mehr betreten. Zudem gibt es zwei Fachsicherheitskräfte, die für das Briefzentrum Langgöns und die 70 Außenstellen der Niederlassung zuständig sind und jeden Tag unterwegs sind, um vor Ort zu kontrollieren, ob die Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden. Ist das nicht der Fall, bekommt Guderian eine Meldung. "Neulich war es an dem, da war ich sofort am nächsten Tag vor Ort, um das zu klären", sagt sie.

"Täglich um 10 Uhr haben wir unsere betriebliche Corona-Lage, bei der die Chefs aller Stützpunkte zugeschaltet sind", sagt Guderian. Dabei gehe es grundsätzlich darum zu klären, wie es in den verschiedenen Bereichen der Niederlassung laufe, ob genug Desinfektionsmittel vorhanden sei oder ob es Probleme gebe. "Dadurch haben wir kurze Wege und brauchen nicht lange auf irgendetwas zu warten."

Keine Rückstände im Briefzentrum

Bislang läuft es gut in Guderians Niederlassung. Am Anfang der Pandemie gab es zwar vereinzelt Corona-Fälle unter Zustellern, die sich im Urlaub oder im privaten Bereich infiziert hatten. Diese gingen jedoch sofort in Quarantäne, so dass sich das Virus nicht unter den Kollegen ausbreitete. Und in Langgöns mit 350 Mitarbeitern in Verwaltung und Briefzentrum ist bisher noch kein Corona-Fall aktenkundig. Wir haben ganz viel in diesem Bereich gemacht, damit die Mitarbeiter sich in ihrem Umfeld sicherfühlen", sagt Guderian. Natürlich habe es Ängste gegeben. Doch sie glaubt, dass es gelungen ist, den Menschen diese zu nehmen.

Die Produktivität des Briefzentrums sieht Guderian durch die getroffenen Maßnahmen jedenfalls nicht beeinträchtigt. "Die Mitarbeiter haben sich sehr schnell umgestellt", sagt sie. Daher gebe es auch keine Rückstände, weder im Briefzentrum noch in der Zustellung.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare