Mehr Klimaschutz in Neubaugebieten

  • vonConstantin Hoppe
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Langgöns(con). Wie kann dem Klimaschutz in Neubaugebieten mehr Bedeutung zugemessen werden? Mit dieser Frage setzte sich am Mittwoch der Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschuss der Gemeinde Langgöns auseinander. Vor allen Dingen die Steuerungsmöglichkeiten im Rahmen von Bauleitplanverfahren und Bestimmungen rückten in den Fokus.

Martin Bramer vom Langgönser Bauamt stellte die Möglichkeiten vor. So könnten die Verwendung erneuerbarer Energien, eine effiziente Energieversorgung und die Wärmedämmstandards vereinbart werden. Letzter Punkt ist besonders wichtig, da rund 65 Prozent des häuslichen Energiebedarfs ins Heizen fließen.

Energieeffizienz habe auch für die Bauherren Vorteile, sagte Klimaschutzmanagerin Susanne Müller: "Die Energiekosten werden auf Dauer eingespart und besonders energieeffiziente Häuser haben einen deutlich geringeren Sanierungsaufwand."

Steingärten im Prinzip verboten

Auch das Thema Steingärten wurde angesprochen. "Die sind im Prinzip jetzt schon verboten", sagte Bramer. "Sollte sich eine Folie unter den Steinen befinden - was sie in der Regel tut - ist das eine versiegelte Fläche, die so nicht zulässig ist." Allerdings scheitere es meist an der Kontrolle der Verordnungen, da es an Personal fehle. Zudem ließen sich solche Gärten verhindern, da die Gemeinde eine Bepflanzung mit bestimmten Arten vorschreiben könne.

Insgesamt sieht Klimaschutzmanagerin Müller drei Optionen, wie Klimaschutz in den Neubaugebieten in Zukunft verwirklicht werden könnte. Zum einen wäre eine Quartierslösung denkbar, in der es eine zentrale Lösung zur Wärmegewinnung über Energieversorger mittels Geothermie, Wasserkraft oder Biomasseanlagen gibt. Dabei würden nur geringe Investitionskosten entstehen. Jedoch stehen dem stetige Verbrauchskosten gegenüber. Zudem seien Planungen und Genehmigungsverfahren zeitintensiv.

Die zweite Möglichkeit wäre, dass der Energiebedarf des gesamten Quartiers über eine zentrale Steuerung zur Verfügung gestellt wird. Dies erfordere jedoch die Bereitschaft der Bürger, sich in diesem Bereich steuern zu lassen. Als dritte Option steht die Eigenversorgung als rein dezentrale Lösung offen, bei der alle Gebäude möglichst als Passivhäuser errichtet werden müssen. Sie seien dadurch autark. Diese Variante lasse sich schneller umsetzen als die beiden Erstgenannten, sagte Müller. Jedoch müsse das Verständnis bei den Bauherren geschaffen werden.

Der Umweltausschuss gab noch keine Empfehlung ab. Die Vorschläge sollen zunächst in den Fraktionen behandelt werden.

Weiteres Thema der Verkehrsausschusssitzung waren die Planungen für eine Erweiterung der Park-and-Ride-Anlage am Bahnhof in Lang-Göns. Bis zu 20 neue Parkplätze könnten dort entstehen. Die Kostenschätzung beläuft sich derzeit auf 170 000 Euro. Eine Förderung mit bis zu 4000 Euro pro Stellplatz ist möglich. Bei vier Jastimmen und zwei Enthaltungen wurde eine Beschlussempfehlung für die Planungen gefasst.

Auch in Oberkleen könnte sich etwas tun: Ein gemeinsamer Antrag der Fraktionen CDU/FDP und Bündnis90/Die Grünen aus dem vergangenen Januar sieht vor, die Verkehrslenkung in Oberkleen nach Abschluss der Sanierung der Brücke über den Kleebach zu verändern. So könnte teilweise Verkehr über die Pfingstweide umgeleitet werden und so den Ortskern entlasten. Probleme dabei wären aber, dass dann mehr Verkehr an Schule und Kindergarten vorbeifahren könnte. "Der Knackpunkt hier ist, dass Busse und Lkw aufgrund des Brückenzustands bislang nicht diese Strecke fahren können - das wäre die größte Veränderung", sagte Bürgermeister Marius Reusch.

Die Brückensanierung befindet sich derzeit im Planungs- und Ausschreibungsverfahren. Zunächst soll der Ortsbeirat Oberkleen über die Thematik beraten und eine Empfehlung abgeben. Bis Ende des kommenden Jahres könnte die Sanierung abgeschlossen sein, sagte der Bürgermeister.

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