Liste tritt für den Ortsbeirat an

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Langgöns (pm). In Niederkleen haben die Bürger bei der Kommunalwahl eine neue Option. Erstmals kandidiert die Liste »Zukunft jetzt - neue Wege Langgöns« für den Ortsbeirat. Die Kandidatinnen der Liste sind Teil der im Jahr 2020 gegründeten Interessengruppe »Zukunft jetzt«.

Die unabhängige Liste will Bürger in Niederkleen, die an der Dorfentwicklung und an lokalen ökologischen Themen interessiert sind, ansprechen. Das Angebot, dies in einer Gruppe zu tun, die nicht unter der Flagge einer der etablierten politischen Parteien arbeitet, könnte etwaige bestehende Hemmschwellen herabsetzen.

Sieben Frauen kandidieren für den Ortsbeirat. »Dass die Liste ausschließlich weiblich besetzt ist, ist rein zufällig«, erklärt Spitzenkandidatin Sabine Textor von der Initiative. »Es gibt auch männliche Unterstützer. Die reine Frauenliste könnte aber ein sympathisches Gegenstück der ansonsten männerdominierten Wahlvorschläge für den Ortsbeirat sein.« Auf den Plätzen zwei und drei folgen Margrit Gatzert und Bettina Krill.

Viele Ideen zu Dorfentwicklung

Die Initiative sieht eine Aufgabe im Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen und der Artenvielfalt. Ökonomische Entscheidungen würden häufig zulasten ökologischer Belange getroffen. Die Frauen führen aus, dass Maßnahmen entwickelt und unterstützt werden sollen, damit die Land- und Forstwirtschaft einem ökologischen, regenerativen und nachhaltigen Ansatz folgen kann.

Besonders wichtig ist den Kandidatinnen das Thema Trinkwasser. »Wir möchten die Altlasten im Trinkwasserschutzgebiet der Niederkleener Quelle in den Fokus der Öffentlichkeit rücken.« Auch zur Nutzung des Steinbruchs Niederkleen hat die Initiative eine Meinung und plädiert dafür, keine Sonderbaugebiete »Industrie« in Natur- und Wasserschutzgebieten zuzulassen und eine umweltbeeinflussende privatwirtschaftliche Nutzung zu verhindern.

»Auch sollen in Niederkleen keine neuen Gewerbegebiete entstehen, und wir möchten uns dafür einsetzen, dass Nachhaltigkeit und Umweltschutz ernsthaft umgesetzt werden.« erläutert Textor.

Zur Dorfentwicklung habe die Liste viele Ideen, wie man die Attraktivität des Ortes noch erhöhen könnte. Beispielhaft genannt sei die Umgestaltung bestehender Gebäude, um ohne weitere Flächenversiegelung Begegnungsstätten für Jung und Alt oder altersgerechte Wohnungen zu schaffen. Auch die Stärkung des Gemeinwesens durch Projekte für Nachbarschafts- und Seniorenhilfen stehen im Fokus. Die Nahversorgung im Ort soll mit regionalen Produkten ergänzt und ausgebaut werden.

Eva Oberschelp erklärt für die Gruppe, es sei »nicht mehr zu bestreiten, dass unsere Zukunft in hohem Maße durch die Klimakrise und den Verlust der Biodiversität gefährdet ist«. In diesem Sinne wolle die Liste gemeinsam mit möglichst vielen Bürgern Einfluss nehmen, wo es möglich ist. »Viele von uns haben bislang noch nicht politisch gearbeitet, wünschen sich aber, dass in der Gemeindepolitik für mehr Transparenz gesorgt und nichts unter den Teppich gekehrt wird.« Nähere Informationen im Internet unter www.zukunft-jetzt.info.de.

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