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Die Künstlerausstellung im Hof (Archivbild).

Der Langgönser Weihnachtsmarkt und die Erinnerung an die "Sternstunden"

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Sie waren eine funkelnde Perle in der mittlerweile schier unübersichtlichen Masse der Advents- und Weihnachtsmärkte im Gießener Land. Augen, Ohren und Bauch gleichermaßen waren mit diesem besonderen Etwas angesprochen, wenn sich die liebevoll geschmückte Hofreite mitten im Ortskern von Lang-Göns an zwei Tagen im Advent öffnete. "Sternstunden", die Künstlerausstellung im Hof gegenüber der evangelischen Kirche, gehören nun der Vergangenheit an - das Aus kommt nach 18 Jahren.

So werden all jene Besucher, die heute und morgen auf ihrem gewohnten Gang über den Lang-Gönser Weihnachtsmarkt zielstrebig die Obergasse 12 ansteuern, vor einem verschlossenen Hoftor stehen.

Ingrid und Peter Schmied haben ihre langjährigen Weggefährten in ihre Entscheidungsfindung eingebunden - und der seit Monaten gereifte Entschluss fiel keinem von ihnen leicht: Es geht nicht mehr. Persönliche und letztlich auch gesundheitliche Gründe fordern ihren Tribut.

Nachzuvollziehen ist das durchaus. Es muss stets Tage und Wochen gedauert haben, bis in der Hofreite alles vorbereitet war und jedes Schmuck- und Ausstellungsstück der unterschiedlichsten Beschicker seinen Platz gefunden hatte. Geradezu genial war zum Beispiel allein die Anordnung der teils riesigen Gemälde im verwinkelten Scheunenteil des uralten Anwesens.

Gastgeber Peter Schmied (Foto) selbst steuerte regelmäßig "Realistisches, Gegenstandsloses, Nachdenkliches und völlig Unsinniges" bei. Seine mit mehr als mindestens einem Augenzwinkern hergestellten Skulpturen/Tische und seine Malerei prägten sich ein beim Publikum - und so wurden die "Sternstunden" zu einem Pfund, mit dem letztlich der gesamte Lang-Gönser Weihnachtsmarkt wuchern konnte.

Unvergessen sind auch die spätnachmittäglichen Live-Konzerte, bei denen Gerhard "Schmied Loaf" Schmied im Duett mit Jasmin Carretas auf winzig kleiner Bühne mit den legendären Hits des US-Rocksängers Meat Loaf ("Bat out of Hell") dafür sorgte, dass sich in der kleinen Hofreite nichts, aber auch rein gar nichts mehr bewegte - "wegen Überfüllung geschlossen...!"

Ingrid und Peter Schmied haben einen Aushang vorbereitet. Darin heißt es u. a.: "Unsere Angebote und unsere treuen fröhlichen Gäste ergänzten sich zu einem wunderschönen vorweihnachtlichen Zusammenspiel (...) Auch wenn das Hoftor am Weihnachtsmarkt verschlossen bleibt und wir die ›Sternstunden‹ leider nicht mehr fortführen können, so werden sie uns doch immer in allerbester Erinnerung bleiben."

Was auch bleibt, ist der Respekt für jahrelanges Engagement. (ik/Archivfoto: Geck)

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