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Bürgermeister Marius Reusch, Silke Bangel-Glaum, Saskia Weber und Attila Pedru (v. l.) ziehen eine erste Bilanz zu den Hilfsaktionen in Langgöns. FOTO: PM

"Langgöns steht zusammen"

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Langgöns(pm). Bereits 1500 Stoffmasken wurden in Langgöns von Ehrenamtlichen für Ehrenamtliche genäht. Das teilte jetzt Bürgermeister Marius Reusch mit. Die Gemeinde übernimmt zudem die Materialkosten für 300 zusätzliche Masken.

Getragen von "einer riesigen Welle der Solidarität in der Gemeinde", wurde vor einigen Wochen die "Langgöns-Hilfe" initiiert, die viele kleine Aktionen miteinander verband. Diese wurden durch die Gemeindeverwaltung mit der Hotline 0 64 03/90 20 20 koordiniert. Mehr als 50 freiwillige Helfer haben sich innerhalb weniger Tage bei der Gemeinde für ehrenamtliche Tätigkeiten gemeldet. Auch mehrere Firmen, die eigentlich selbst betroffen sind, durch Quarantäne oder Kurzarbeit, haben ihre Möglichkeiten für eine solidarische Hilfe unkompliziert zur Verfügung gestellt und sich bei der koordinierenden Stelle der Gemeinde gemeldet, berichtet Reusch.

Als Initiator und Organisator der verschiedenen Hilfe habe sich Attila Pedru aus Niederkleen angeboten. Im Gespräch mit dem Bürgermeister einigte man sich auf eine zusätzliche Koordination und konnte so zusammen mit den Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung die Maßnahmen "zu einer mehr als ansehnlichen solidarischen Aktion ausbauen".

Mit Rewe wurde eine Vereinbarung getroffen, um Einkaufshilfen für Menschen aus Risikogruppen und Personen in Quarantäne bewerkstelligen zu können. Daraus ergaben sich mehrere Hundert Einkäufe, die von ehrenamtlichen Helfern verpackt und zugestellt wurden.

Auch Vereine dabei

Für die Aktion "Kleebachmarkt" wurde die Familie Eimer gewonnen. Die Marktbeschicker boten frische Lebensmittel, die normalerweise für die Gastronomie vorgesehen waren, kurzerhand ab Hof an.

Für die Aktion "Langgöns näht für Langgöns" gewann Pedru Silke Bangel-Glaum vom "S’Lädchen" in Niederkleen. Sie besorgte alle notwendigen Materialien und befüllte Hunderte Tüten mit ihrem Schnittmuster und Material für jeweils zehn Masken zum Selbernähen. An der Aktion beteiligten sich neben vielen Einzelpersonen auch Vereine, unter anderem die Landfrauen Niederkleen-Dornholzhausen um die Vorsitzende Barbara Keden sowie der Heimat- und Geschichtsverein um Doris Heinz.

Mit weiteren Spenden wurde Material für über 1500 Masken bereitgestellt. Einige Hundert Masken gingen direkt an soziale Einrichtungen vor Ort.

Parallel hatte "Dein Stofflädchen" von Saskia Weber äußerst rege Nachfrage nach Stoffen und Materialien zum Selbernähen von Masken. Diesem Vorbild schloss sich der TSV Lang-Göns (Handball) an, nähte mit seinen Mitgliedern Masken für die Grundschule und bot sich für die Einkaufshilfe an.

Dieses freiwillige Engagement wird die Gemeinde Langgöns unterstützen und stellt den Ehrenamtlichen, die Masken nähen, das Material kostenfrei über die beiden Stoffläden zur Verfügung, teilte Reusch mit. Zunächst ist ein Kontingent von 300 Masken vorgesehen. Zudem wird auch die Verteilung über die Gemeindeverwaltung koordiniert. Grundlage für diese Beteiligung ist ein Beschluss des Gemeindevorstandes, der auf einen Antrag von Barbara Fandré (FDP) zurückgeht. So sollen vor allem Masken für ältere Mitbürger, Menschen aus Risikogruppen sowie Bedürftige genäht werden.

"Diese Welle an solidarischer Zusammenarbeit ist nur ein Beispiel für die vielen kleinen und großen Hilfsangebote, die in diesen schwierigen Zeiten zeigt, wie die Gemeinde mit ihren Ortsteilen sich gegenseitig hilft und trotz Abstand zusammensteht, freut sich der Bürgermeister.

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