1. Gießener Allgemeine
  2. Kreis Gießen
  3. Langgöns

Langgöns: Was wird aus dem Bahnhofsgebäude?

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Harold Sekatsch

Kommentare

Für das Bahnhofsgebäude Lang-Göns wird eine neue Nutzung gesucht.
Für das Bahnhofsgebäude Lang-Göns wird eine neue Nutzung gesucht. © se

Langgöns (se). »Der Bahnhof soll wieder zum Mittelpunkt werden«, stellte Professor Maik Neumann fest. Der Fachbereichsleiter Nachhaltiges Bauen an der Technischen Hochschule Mittelhessen hat mit einer Reihe von Studenten Projektideen entwickelt, durch die eine »Revitalisierung des Bahnhofs Lang-Göns« erreicht werden könnte.

Dabei hat die Gruppe elf Vorschläge herausgearbeitet, die Prof. Neumann dem Bauausschuss der Gemeinde mit der Ausschuss-Vorsitzenden Denise Boller an der Spitze am Mittwochabend vorstellte. Die Bandbreite der Ansätze war recht groß. Am meisten Aufsehen erregte der Vorschlag, den Bahnhof zu einem Sonnenmuseum mit einer Kuppel auf dem Dach umzugestalten, die sich öffnen und schließen lässt. Bei dieser Idee stand das Mathematikum in Gießen Pate.

Ein weiterer Vorschlag: Der Lang-Gönser Bahnhof solle sich zu einem »Verkehrsknotenpunkt der neuen Mobilität« entwickeln, in diesem Fall mit »Fahrradpension mit Repaircafé« oder einem Geschäft mit Fahrradwerkstatt und der Möglichkeit, Leihräder zu übernehmen. In diesem Zusammenhang wies Neumann darauf hin, dass Langgöns im Einzugsbereich einiger Fernradwege liege.

Mit »studentischem Wohnen« befasste sich ein Projektplan. Neumann wies dabei darauf hin, dass mit dem Zug die Gießener Innenstadt innerhalb von acht Minuten erreicht werden könne. Damit ist die Lage am Lang-Gönser Bahnhof für den in Gießener studierenden akademischen Nachwuchs durchaus attraktiv. Auch die Idee für ein Hotel oder ein Bistro wurde eingebracht.

In der akademischen Ideenwerkstatt wurden Vorschläge entwickelt, die sich nicht nur auf das Bahnhofsgebäude beschränken, sondern auch das umliegende Bahnhofsgelände mit einbeziehen. So könne der Bahnhofsvorplatz derartig verändert werden, dass er eine »hohe Aufenthaltsqualität« besitzt und sogar für Feste genutzt werden könnte. Dabei wurde bei allen Projektideen der Vorschlag unterbreitet, das Ensemble um ein weiteres Gebäude zu erweitern. Dieses könnte direkt am bestehenden Gebäude angebaut oder unterhalb des Bahnhofs, Richtung der Straße Am Mühlberg, errichtet werden.

Die Ausschussmitglieder zeigte sich von den Ideen beeindruckt. Auch der designierte Bürgermeister Marius Reusch war recht angetan »von dem vielversprechenden Ergebnis« und befand: »Die Freifläche unterhalb des Bahnhofs ist für Wohnen ideal.« Jürgen Knorz, Vorsitzender der CDU/FDP-Fraktion, bemerkte: »Ein Aha-Effekt ist die Außengestaltung.«

Auch Anja Asmussen (SPD) brachte ihre Zustimmung zum Ausdruck, doch nicht uneingeschränkt: »Wir müssen erst einmal die Eigentumsverhältnisse klären, dann wissen wir, wo wir stehen.« Seit dem Kauf des Gebäudes durch die Gemeinde vor rund 14 Jahren wurde keine Eintragung ins Grundbuch vorgenommen. Der Ausschuss verständigte sich darauf, dass über die Projektideen in den einzelnen Fraktionen beraten werde.

Allerdings wird der Bahnhof derzeit noch von der Deutschen Bahn bis vermutlich 2025 in Teilen genutzt, sodass er bis dahin nicht komplett anders genutzt werden kann. Trotzdem soll der Gemeindevorstand in Kontakt zu der Bahn und »mit konkreten Vorstellungen« auch den Denkmalschützern treten.

Auch interessant

Kommentare