Kurze Wege zu Fördertöpfen

  • VonPatrick Dehnhardt
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Langgöns (pad). In Langgöns läuft derzeit das Integrierte Kommunale Entwicklungskonzept - kurz IKEK. Dies hatte jedoch einen Nachteil: Der Kernort Langgöns ist so groß, dass im Gegensatz zu den anderen Ortsteilen dabei private Immobilienbesitzer keine Förderanträge stellen oder Beratungen nutzen konnten. Mit einem anderen Programm ließe sich die Lücke jedoch schließen.

Der Umweltausschuss empfahl in seiner Sitzung am Mittwochabend einstimmig, einen Förderantrag für ein integriertes energetisches Quartierkonzept für Langgöns zu stellen. Die gemeindliche Klimaschutzmanagerin Susanne Müller schilderte, was sich dahinter versteckt.

Das »KfW-Programm 432« verfolgt mehrere Ziele. Zum einen werden energetische Sanierungsmöglichkeiten betrachtet. Zudem wird erfasst, welcher Gebäudebestand und welche Altersstruktur in einem Wohnquartier vorhanden sind, wie es mit Radwegen und Treffpunkten aussieht. »Es geht primär darum, Kohlendioxid einzusparen, aber auch um barrierefreies Wohnen und Begegnungsstätten«, sagte Müller.

Hilfe für Bürger bei Förderanträgen

Bei KfW 432 handele es sich jedoch nicht um ein Maßnahmenprogramm. »Es ist ein Beratungsangebot für die Gemeinde und Eigenheimbesitzer«, sagte die Klimaschutzmanagerin. So könne beispielsweise ein Bürger, der sein Eigenheim aufstocken will, eine Beratung zu den Fördermöglichkeiten und Hilfe bei den Anträgen erhalten. »Es macht die Wege für die Hausbesitzer kurz.«

Die Gemeinde Langgöns müsse lediglich fünf Prozent der Kosten des Projekts tragen, 75 Prozent würde die KfW-Bank übernehmen, weitere 20 Prozent Förderung durch das Land Hessen fließen.

Als Projektgebiet sind der alte Ortskern von Langgöns sowie das Gebiet zwischen Ahornstraße und Pappelrain angedacht.

Bürgermeister Marius Reusch sagte, dass im Zuge des Programms auch über eine langfristige Quartierslösung in Sachen Heizung für das Gebiet rund um das Bürgerhaus mit Kindergarten und Schule nachgedacht werden könne.

Dr. Axel Wehrend (SPD) begrüßte die Möglichkeit, dass sich im Rahmen des Programms auch Nachbarn in mehreren Straßen zusammentun können, um sich zu einer gemeinschaftlichen Energieerzeugung beraten zu lassen.

Die Anbindung des Branntweinwegs an die Landesstraße nach Butzbach bleibt weiterhin Thema. Der Bürgermeister berichtete, dass Hessen Mobil einen neuen Termin zum Anschlussknoten abgelehnt habe. Als nächsten Schritt wolle man durch ein Planungsbüro eine Variante zeichnen lassen, die ohne die von der Gemeinde als überflüssig angesehene Linksabbiegerspur aus Fahrtrichtung Waldsolms auskommt.

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