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Kreuzung bei Niederkleen kein Unfallschwerpunkt - Darum kein Kreisel

  • vonPatrick Dehnhardt
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An der Kreuzung bei Niederkleen wird zeitnah kein Kreisverkehr gebaut werden. Hessen Mobil sieht die dafür notwendigen Kriterien als nicht erfüllt an.

Die Langgönser SPD zieht mit der Forderung in den Wahlkampf, die Kreuzung der beiden Landesstraßen 3133 und 3129 nahe der Niederkleener Turnhalle in einen Kreisverkehr umzubauen. Nachdem sich 2020 innerhalb von zehn Tagen zwei schwere Unfälle an dieser Stelle ereignet hatten, war die Verkehrssituation Thema in einer Telefonkonferenz.

Ortsvorsteher Jürgen Schalwat sprach davon, dass sich ein »gravierender Unfallpunkt« an dieser Stelle entwickelt habe. Es bestünde auch Gefahr für die Nutzer der Bushaltestelle sowie des Bolz- und Festplatzes. In der SPD-Konferenz war man sich einig, dass nur ein Kreisel die Lage langfristig entschärfen könne.

Er sei bereits in den Planungskonzepten der Gemeinde für einen Radweg von Lang-Göns nach Niederkleen enthalten. Ortsvereinsvorsitzende Anja Asmussen sagte, dass man von der Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil fordere, dem Vorhaben positiv gegenüberzustehen und eine Finanzierung in Aussicht zu stellen.

Bei Hessen Mobil teilt man die Einschätzung, aufgrund der Unfallhäufigkeit müsse ein Kreisverkehr her, nicht teilen. »Gemäß den aktuellen Vorgaben handelt es sich daher bei dieser Kreuzung aktuell um keine Unfallhäufungsstelle, die als Grundlage zum Bau eines Kreisverkehrs dienen würde«, schreibt die Pressestelle auf Nachfrage der Gießener Allgemeinen Zeitung.

Zwar habe die Polizei 2018 sieben Unfälle beim Einbiegen und Kreuzen in diesem Bereich registriert. Danach habe es einen Ortstermin gegeben, um die Lage zu entschärfen. Unter anderem wurde das Stopp-Schild näher an die Kreuzung versetzt. »Weiterhin wurde die Sicht auf die Kreuzung durch Rückschnitt des Baumbewuches nochmals verbessert«, sagt Pressesprecherin Sonja Lecher.

Ob diese Maßnahmen bereits griffen oder es 2018 nur durch Zufall zu einer Häufung kam: 2019 krachte es laut Polizeiauswertung nur zweimal, 2020 wurden nach derzeitigem Kenntnisstand drei Unfälle verzeichnet.

Ein weiterer Grund für einen Kreiselbau wäre, wenn die Leistungsfähigkeit der Kreuzung eingeschränkt sei. 2015 wurden im Rahmen der Straßenverkehrszählung Daten für den Bereich erhoben: Auf der L3133 waren täglich im Durchschnitt 3413 Fahrzeuge, auf der L3129 nur 2935 Fahrzeuge unterwegs. Aufgrund dieser moderaten Verkehrsbelastung sei »kein dauerhaftes Leistungsfähigkeitsdefizit zu erwarten«, hält Hessen Mobil fest.

Aufgrund dessen geb es derzeit keine Pläne, die Kreuzung in einen Kreisverkehr umzuwandeln. Zumal solch ein Umbau auch kein Schnäppchen ist: Der Bau des Kreisverkehrs bei Garbenteich vor einigen Jahren kostete 650 000 Euro. Ein Kreisel bei Herborn-Hörbach, der momentan im Bau ist, schlägt mit 950 000 Euro zu Buche. Die örtlichen Gegebenheiten, aber auch die Ausgestaltung sind wichtige Faktoren, was solch ein Projekt am Ende kostet.

Die Idee für einen Kreisverkehr wird wohl in naher Zukunft nicht umgesetzt werden - ist jedoch nicht ganz vom Tisch. »Auch wenn derzeit die beiden Hauptkriterien zum Umbau des Knotenpunktes in einen Kreisverkehrsplatz nicht erfüllt sind, werden wir wegen der vorhandenen Unfallzahlen die Kreuzung im Blick behalten«, teilt Hessen Mobil mit.

Man will im Dialog mit der Gemeinde Langgönse und der Verkehrskommission bleiben, inwieweit sich die Verkehrssituation verbessern lässt. Zudem behält man die Unfallzahlen im Auge. Lecher sagt: »Einen Kreisverkehr schließen wir daher als mögliche Option nicht generell aus.« pad/pm/FOTO: PM

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