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Möglicherweise nutzen Langgöns und Hüttenberg künftig das Paul-Schneider-Freizeitheim gemeinsam. Eine interkommunale Zusammenarbeit für den dort geplanten Naturkindergarten wird geprüft.

Kreisübergreifende Kita?

  • vonPatrick Dehnhardt
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Langgöns/Hüttenberg (pad). Die Gemeinde Langgöns will im ehemaligen Paul-Schneider-Freizeitheim einen Naturkindergarten einrichten. Das Parlament hat bereits die Weichen gestellt für Verhandlungen mit dem Besitzer des Gebäudes, dem evangelischen Kirchenkreis an Lahn und Dill. Zudem werden Kooperationspartner für die Nutzung gesucht.

Auch in der Nachbargemeinde auf der anderen Seite der Kreisgrenze braucht man Kita-Plätze: Die Hüttenberger Gemeindevertretung beschloss am Montagabend einstimmig, mit Langgöns über eine mögliche interkommunale Zusammenarbeit bei der Einrichtung einer Kita im Paul-Schneider-Freizeitheim zu sprechen und eine Beteiligung zu prüfen.

CDU, SPD und Grüne hatten dazu einen gemeinsamen Antrag gestellt. Klaus-Heinrich Weber (Grüne) sagte: »Es bietet aufgrund seiner Lage am Waldrand optimale Nutzungsbedingungen für einen Naturkindergarten. Wer von uns hätte sich als Kind nicht so einen Kindergarten gewünscht?« Nur wenige Autominuten von Hüttenberg und Rechtenbach entfernt sei dies eine große Chance.

Silke Hofmann-Gally (CDU) betonte die Möglichkeiten, die eine interkommunale Zusammenarbeit mit Langgöns biete: »Dieses Projekt ist zukunftsweisend. Es kann der Anfang einer wunderbaren Freundschaft sein.« Danach seien auch weitere gemeinsame IKZ-Projekte denkbar.

Bürgermeister Christof Heller berichtete, dass er bereits Vorgespräche mit seinem Amtskollegen Marius Reusch geführt habe. Das Nutzungskonzept sei noch in Vorbereitung, die finanziellen Dimensionen und die Vorstellungen der Kirche auszuleuchten. Langgöns habe dafür einen Zeitbedarf von drei bis vier Monaten angemeldet.

Die Idee des interkommunalen Naturkindergartens findet Heller gut. Jedoch wolle Langgöns nur drei Gruppen im Paul-Schneider-Freizeitheim einrichten. »Davon kann die Gemeinde Hüttenberg lediglich eine stellen.« Zudem dürfte es bis zum Kita-Jahr 2023/2024 dauern, bevor der Naturkindergarten öffnen kann.

Ein anderes Thema des Abends war die Verlängerung der Nutzungsdauer der gemeindeeigenen Straßen von 25 auf 40 Jahren. Bislang werden die Straßen im Haushalt über 25 Jahre abgeschrieben, sagte Heller. Die Abschreibungen belasten stets den Ergebnishaushalt. Mit einer Verlängerung der Abschreibungsdauer auf 40 Jahre werde der Haushalt um einen niedrigen sechsstelligen Betrag entlastet. Zudem bilde dies auch eher die Praxis ab, sagte Heller: »Ich wüsste nicht, wann eine Straße nach 25 Jahren grundhaft erneuert wurde.«

Hans Kleinschmidt (Grüne) lobte den Antrag, rief zudem die Bürger auf, auch etwas zum Erhalt der Straßen beizutragen: An zu vielen Stellen würde zu wenig gekehrt und Unkraut die Straßen kaputt machen. Der Antrag wurde einstimmig angenommen.

Gute Nachrichten hatte Heller zum Jahresabschluss 2020. Das ordentliche Ergebnis stieg von geplanten 46 800 Euro auf 454 000 Euro, das Jahresergebnis von 53 800 Euro auf 318 500 Euro. Das Plus sei nur Dank der Gewerbesteuerkompensationszahlung des Landes möglich gewesen. »Ansonsten wären wir im Minus gewesen.«

Mehrheitlich beschloss die Gemeindevertretung auf Antrag von CDU, SPD und Grünen, »jetzt« die Erschließung des zweiten Bauabschnitts im Baugebiet Auf der Höll in Reiskirchen einzuleiten. Heller hatte zuvor gewarnt, dass bei der Formulierung »jetzt« alle anderen Projekte hinten anstehen müssten. Er sprach sich dafür aus, dass der Haupt- und Finanzausschuss auf einer Liste festlegt, welche Projekte der Gemeinde mit welcher Priorität abzuarbeiten sind.

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