Anfang Februar war Gunther Bieneck aus Langgöns verstorben. Bei der Kommunalwahl stand er dennoch auf dem Zettel. (Symbolbild)
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Anfang Februar war Gunther Bieneck aus Langgöns verstorben. Bei der Kommunalwahl stand er dennoch auf dem Zettel. (Symbolbild)

Kommunalwahl

Toter stand auf Wahlzettel im Kreis Gießen - Drei Kreuzchen zum Abschied

  • vonStefan Schaal
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In einer Kommune im Kreis Gießen stand am Sonntag der Name eines Verstorbenen auf dem Wahlzettel. Wie konnte es dazu kommen?

Langgöns - Er war ein Kümmerer. Ein Vereinsmensch. Ein Fels in der Brandung. Viele Wähler in Langgöns blickten am Sonntag irritiert auf den Wahlzettel, weil dort auch Gunther Bieneck als Kandidat der SPD vermerkt war. Der ehemalige Lang-Gönser Ortsvorsteher war Anfang Februar verstorben.

Die Wahllisten seien am 15. Januar beschlossen worden, erklärte Bürgermeister Marius Reusch (CDU). Danach sei es aus wahlrechtlichen Gründen nicht mehr möglich, Änderungen vorzunehmen. Reusch drückte darüber sein Bedauern aus, wie auch Gerald Dörr vom Vorstand der Langgönser SPD. Bienecks Tod sei »ein schwerer Verlust«, sagte Dörr.

Wahlhelfer berichteten indes, sie hätten beim Auszählen festgestellt, dass manche Wähler am Sonntag beim Kumulieren und Panaschieren drei Kreuzchen hinter Bienecks Namen gesetzt haben. »Bewusst«, vermuten sie. »Um ihn damit nochmal zu würdigen.« Auch der langjährige Bürgermeister Horst Röhrig (SPD) äußerte die Vermutung. 711 Kandidatenstimmen - und damit Stimmen für die SPD - erhielt Bieneck posthum.

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Bieneck lebte das Ehrenamt. In zahlreichen Vereinen - von der Freiwilligen Feuerwehr über die Akkordeonfreunde bis zum Heimatkundlichen Arbeitskreis - war er Mitglied. Auch bei der Seniorenwerkstatt packte er mit an. Für die Handballer des TSV Langgöns war er aktiv. Mehr als 20 Jahre lang saß er für die SPD im Gemeindeparlament.

Und so saßen am Sonntag Langgönser in Wahlkabinen, erinnerten sich an den Menschen Gunther Bieneck - und setzten als Zeichen der Würdigung und Dankbarkeit Kreuzchen hinter seinem Namen.

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