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Susanne Müller ist die neue Klimaschutzmanagerin der Gemeinde Langgöns. Foto: pm

"Klimaschutz macht glücklich"

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Langgöns(srs). Klimaschutz müsse sich wirtschaftlich rechnen. "Dann macht es auch Spaß." Mit diesen Worten hat sich am Mittwoch die neue Langgönser Klimaschutzmanagerin, Susanne Müller, im Umweltausschuss der Gemeinde vorgestellt.

Vor fünf Wochen hat Müller ihr Amt angetreten und im Keller des Rathauses ihr Büro bezogen. Die 49 Jahre alte Aßlarerin machte in ihrer Präsentation deutlich, dass sie sich in ihre Aufgabe bereits eifrig eingearbeitet hat. Die Straßenbeleuchtung in Espa, berichtete sie, verschlinge derzeit jährlich 63 000 Kilowattstunden - und damit fast genauso viel wie das wesentlich größere Lang-Göns. Vor diesem Hintergrund plane die Gemeinde, im kommenden Jahr in Espa auf LED-Beleuchtung umzustellen. Müller machte außerdem auf den hohen Energieverbrauch am Cleeberger Friedhof in der dortigen Trauerhalle aufmerksam. Dort soll nun per Infrarotstrahler geheizt werden, die bereits im Frühjahr beauftragte Firma allerdings trödelt offenbar bei der Installation.

Müller hat Umweltmanagement in Gießen studiert. Seit 20 Jahren berät sie freiberuflich Unternehmen in Umweltfragen und in Möglichkeiten, Energie einzusparen. "Klimaschutz macht mich glücklich", sagt sie. Ihre volle Stelle als Klimaschutzmanagerin in Langgöns ist auf drei Jahre befristet.

Die bevorstehenden Neubaugebiete in Dornholzhausen und Espa, hofft sie, solle man CO2-neutral konzipieren. Müller will die Gemeinde zukünftig in Fördermöglichkeiten bei Baumaßnahmen beraten und dazu beitragen, die Eigenversorgung durch regenerative Energien zu stärken. Was die Liegenschaften in Besitz der Gemeinde angeht, werden momentan 20 Prozent der Energie regenerativ erzeugt. "Das ist ein toller Anfang." Im Vergleich zu 2012 habe Langgöns den Verbrauch elektrischer Energie um 25 Prozent senken können.

Die neue Klimaschutzmanagerin will auch Bürger und Unternehmen beraten. Jeden ersten Monat soll es im Rathaus eine kostenfreie Energieberatung geben. Müller will außerdem Schulklassen und Kindertagesstätten in Langgöns besuchen. An Grundschulen möchte sie ein "Klimaschutztheater" zur Aufführung bringen, in Kitas soll Schornsteinfegermeister und Energieberater Uwe Nenzel alias "Schorni" mit Musik den Kindern nahe bringen, wie sie Energie einsparen können.

Ausstellungen im Rathaus

Im Rathaus will die Klimaschutzmanagerin jeden Monat eine neue Ausstellung organisieren, zu Themen wie Dachdämmung und Wärmepumpen. Voller Elan beeindruckte Müller die Mitglieder des Umweltausschusses. Der Vorsitzende, Dr. Michael Buss, erklärte: "Ohne begeisterungsfähige und begeisternde Menschen wird der Klimaschutz nicht gelingen."

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