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Die Gemeinde Langgöns will im Paul-Schneider-Freizeitheim einen Naturkindergarten einrichten.

Klares Votum für Naturkindergarten

  • vonPatrick Dehnhardt
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Die Gemeinde Langgöns stellt die Weichen für einen Naturkindergarten im Paul-Schneider-Freizeitheim: Die Gemeindevertreter beschlossen nun dazu ein Projektpapier.

Die Gemeinde Langgöns hält an den Plänen fest, im Paul-Schneider-Freizeitheim einen Naturkindergarten einzurichten. Bei geschlossener Enthaltung der SPD stimmten die Gemeindevertreter in ihrer Sitzung am Donnerstagabend für das vorgelegte Projektpapier.

Das Paul-Schneider-Freizeitheim befindet sich im Besitz des Kirchenkreis an Lahn und Dill. Dieser hatte es im Mai 2019 geschlossen, seitdem ist die Zukunft ungewiss. In Langgöns gibt es viele Fürsprecher, die Einrichtung zu erhalten.

Die Gemeinde will dies unterstützen und darum im Haus eine Naturkindergartengruppe einrichten. Die erforderlichen Umbaukosten der Räume von geplanten 27 000 Euro trägt die Kommune. Sie will zudem einen Zuschuss von maximal 30 000 Euro für die am Gebäude anstehenden Renovierungs- und Umbaumaßnahmen, beispielsweise die energetische Ertüchtigung, zahlen.

Ahmet Karadag (SPD) sagte, dass es nicht geschickt sei, mit vorher genau definierten Beträgen in die Verhandlungen zu gehen. Zudem hätte aufgrund der finanziellen Auswirkungen der Haupt- und Finanzausschuss eingebunden werden müssen. »Die Idee des Naturkindergartens ist sehr charmant«, sagte er. Jedoch befürchtet er Nutzungskonflikte zwischen der Kita und den Besuchern des Freizeitheims.

SPD enthält sich

Zudem werde nur ein kleiner Teil der Eltern von dem Angebot angesprochen. Die SPD spreche sich dafür aus, diese Entscheidung der neu gewählten Gemeindevertretung nach der Kommunalwahl zu überlassen, sagte Karadag. »Wir erachten das Projekt derzeit als unausgegoren.«

Seit zwei Jahren werde über das Thema diskutiert, hielt Jürgen Knorz (CDU) dem entgegen. »Da kommt irgendwann der Punkt: bin ich dafür oder dagegen.« Langgöns sei eine von wenigen Kommunen ohne Waldkindergarten, »Hüttenberg hat sogar zwei.« Die Nachfrage sei da. Bei der Synode des Kirchenkreises im März sei die Zukunft des Freizeitheimes Thema. Daher müsse die Gemeinde signalisieren, ob sie Interesse an den Räumen habe oder nicht.

»Wir haben nicht ewig Zeit«, sagte Isabell Dern (Grüne). Ein Waldkindergarten stehe nur einer gewissen Elite zur Verfügung, da man dort schlecht Kinder morgens um sieben Uhr hinbringen könne. Beim geplanten Naturkindergarten sei dies anders: Da es Räume auch für eine Betreuung in den frühen Stunden und bei schlechtem Wetter geben soll, stünde das Angebot für alle Eltern offen. Lange habe man nach einem Ort gesucht, wo sich das Konzept umsetzen lässt: »Auf einmal kam das Paul-Schneider-Freizeitheim - ideal für all das, was wir wollten.« Dern sprach sich für eine Entscheidung aus: »Wenn wir jetzt noch zwei Monate warten, ist der Platz weg.«

Barbara Fandré (FDP) sagte, dass es andernorts lange Wartelisten für solche Einrichtungen gebe. »Wir sehen hier eine gute Gelegenheit, bestehende Infrastruktur zu nutzen«, sagte Astrid Müller (Freie Wähler). Letztlich fiel die Entscheidung pro Projektpapier.

Am Rande von Dornholzhausen soll das Neubaugebiet »Blankweg« entstehen. Auf der rund 2,7 Hektar großen Fläche sind rund 30 Baugrundstücke sowie eine Fläche für sozialen Wohnungsbau vorgesehen. Um die Öffentlichkeit möglichst früh über die Pläne zu unterrichten, wurde bei einer Gegenstimme die Offenlegung des Vorentwurfs des Bebauungsplanes beschlossen.

Ansonsten war die letzte Sitzung der Gemeindevertretung vor der Kommunalwahl im März von einstimmigen Entscheidungen geprägt. So wurde beschlossen, Eltern die Kita-Gebühren zu erstatten, die vom 16. Dezember 2020 an bis zum gestrigen Freitag auf die Nutzung der Betreuungsangebote verzichtet haben. Auch Eltern, die seit dem 1. August vergangenen Jahres ihre Kinder aus Vorsichtsgründen nicht in die Kita geschickt haben, werden entlastet: Die Gebührensatzung wurde dahingehend geändert, dass, wenn ein Kind über einen Zeitraum von 20 Betreuungstagen die Einrichtung nicht nutzt, die Gebühren erstattet beziehungsweise nicht erhoben werden.

Nach dem Vorliegen des Prüfberichts der Revision des Landkreises zum Jahresabschluss 2015 wurde dem Gemeindevorstand von damals einstimmig Entlastung erteilt.

Auf Zustimmung stieß auch der Antrag von CDU und FDP, Eltern von Neugeborenen ein kostenfreies Abonnement der Elternbriefe des Arbeitskreises »Neue Erziehung e.V.« anzubieten. Zusammen mit dem Begrüßungsgeschenk der Gemeinde werden die ersten drei Elternbriefe überreicht.

Die Briefe enthalten Anregungen für den Erziehungs- und Familienalltag. Sie kommen passend zum jeweiligen Alter des Kindes via Post, sagte Fandré. Karadag (SPD) sprach sich dafür aus, die Eltern nach zwei Jahren dahingehend zu befragen, wie sie das Angebot bewerten.

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