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Kita mit Kaninchen und Co.

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Von: Patrick Dehnhardt

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Die Gemeinde Langgöns will das Paul-Schneider-Freizeitheim kaufen und dort eine Naturkindertagesstätte mit maximal drei Gruppen einrichten. © Patrick Dehnhardt

Langgöns (pad). Die Verhandlungen zum Ankauf des Paul-Schneider-Freizeitheims (PSF) vor den Toren Dornholzhausens gehen in die heiße Phase: Wie Bürgermeister Marius Reusch am Montagabend im Sozialausschuss berichtete, wurde der Vertragsentwurf bereits im Gemeindevorstand beraten. Er soll am kommenden Montag im Haupt- und Finanzausschuss vorgelegt werden.

Im Sozialausschuss gab der Bürgermeister einen Zwischenbericht zum Konzept für die zukünftige Nutzung des Hauses. Ein Arbeitskreis mit Mitgliedern aus allen Fraktionen hatte sich damit beschäftigt. »Die Kita-Nutzung kristallisiert sich immer deutlicher heraus.« Mit der Kindertagesstättenaufsicht beim Landkreis Gießen seien ebenso wie mit der Naturschutzbehörde, der Unteren Wasserschutzbehörde sowie Hessen Forst positive Gespräche geführt worden. Der Forst ist mit im Boot, da die Kinder viel Zeit bei Erkundungen im Wald verbringen sollen.

Reusch verdeutlichte, dass es sich nicht um eine Wald-, sondern eine Natur-Kita handeln solle. Diese habe feste Räume im PSF. So sei man in Sachen Öffnungszeiten als auch bei schlechtem Wetter flexibler. Geplant seien zwei bis drei Gruppen, auch eine U3-Gruppe sei denkbar.

Als neue Idee kam hinzu, quasi eine Bauernhof-Kita einzurichten: Die Möglichkeiten einer Kleintierhaltung werden derzeit ausgelotet. So ließe sich das Thema Natur und Umwelt noch mehr im Kita-Konzept etablieren.

Speziell an einem Konzept für die Kita-Nutzung würden derzeit eine Kita-Mitarbeiterin sowie die Verwaltung intensiv feilen. »Wir hoffen, schon im März ein aussagekräftiges Konzept vorlegen zu können«, sagte Reusch.

Trägerschaft ohne Hüttenberg

Die Idee eines gemeinsamen Kita-Betriebs mit Hüttenberg ist hingegen praktisch vom Tisch - aufgrund bürokratischer Hürden. Reusch berichtete, dass die Gemeinde Langgöns selbst als Kita-Träger auftreten wolle. Würde Hüttenberg als Co-Träger fungieren, mache dessen Zugehörigkeit zu einem anderen Landkreis Probleme: Es müssten die Kita-Trägeraufsichten des Lahn-Dill-Kreises als auch des Landkreis Gießen beteiligt werden. Dies würde für viel Mehrarbeit sorgen.

»Wir werden aber gegebenenfalls Hüttenberg ein Angebot über eine Anzahl von Kita-Plätzen machen«, sagte Reusch. Mit diesem Modell habe man als Nutznießer von Kitas in Nachbarkommunen selbst gute Erfahrungen gemacht.

Isabell Dern (Grüne) sah bei den Kita-Plätzen ›Langgöns first‹: Man solle erst den eigenen Bedarf decken, bevor man Hüttenberg Plätze anbiete.

Gastronomie passt nicht zu Kita

Da die Kita nicht das ganze Freizeitheim ausfüllen wird, wurde auch über die Nutzung der übrigen Räumlichkeiten nachgedacht. Reusch berichtete, dass verschiedene Nutzungsinteressenten im Arbeitskreis angehört wurden. Kürzlich habe sich ein heimischer Sozialträger gemeldet, der sich vorstellen könne, sich dort zu engagieren. In einem Workshop soll Anfang Februar darüber gesprochen werden, welche Nutzungen in welchen Teilbereichen des Heims vorgesehen werden können.

Gerald Dörr (SPD) fügte hinzu, dass beim Arbeitskreis auch Interessenten für eine gastronomische oder Hotelnutzung der Räume vorstellig wurden. »Aber das passt aus Sicht des Arbeitskreises mit einem Kita-Konzept nicht zusammen, wenn morgens die Eltern die Kinder bringen und da noch Reste von Feiern sind.«

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