Wer sich ehrenamtlich engagiert - etwa in der Freiwilligen Feuerwehr Niederkleen - bekommt Pluspunkte. ARCHIVFOTO: PAD
+
Wer sich ehrenamtlich engagiert - etwa in der Freiwilligen Feuerwehr Niederkleen - bekommt Pluspunkte. ARCHIVFOTO: PAD

Kinder und Ehrenamt bringen Pluspunkte

  • Patrick Dehnhardt
    vonPatrick Dehnhardt
    schließen

Langgöns(pad). Nach welchen Kriterien sollen in Langgöns Bauplätze vergeben werden? Über eine Richtlinie dazu diskutierten am Montag der Haupt- und Finanzausschuss sowie der Sozialausschuss.

Ein Hauptziel der Richtlinie ist, für moderate Baulandpreise zu sorgen, die sich auch einheimische Familien noch leisten können. Gleichzeitig sollen Menschen, die bereits in Langgöns leben oder arbeiten, bevorzugt zum Zuge kommen.

Die Bewerber um einen Bauplatz müssen einen Fragebogen beantworten. Darin wird zum Beispiel abgefragt, ob man bereits im Landkreis Gießen oder den Nachbarkreisen ein Haus oder Baugrundstück besitzt. Wenn nicht, gibt es Pluspunkte.

Für jedes Kind gibt es ebenfalls Punkte, gestaffelt nach Alter: Schließlich ist es bei einem 17-Jährigen wahrscheinlich, dass er in ein paar Jahren flügge wird und auszieht.

Auch für Engagement in den örtlichen Vereinen, etwa der Freiwilligen Feuerwehr, gibt es Pluspunkte. Wer in Langgöns arbeitet, bekommt fünf Pluspunkte - so will man die Pendlerwege zum Arbeitsplatz reduzieren und etwas gegen den Klimawandel tun. Punkte für Engagement und Arbeitsplatz können übrigens für beide Partner angerechnet werden.

Kristine Tromsdorf (SPD) sah dies kritisch: "Das diskriminiert Menschen, die keine Arbeit in Langgöns finden können." Hans Beppler (Grüne) sagte dazu, dass es für die Arbeitsplätze nur wenige Punkte im Vergleich zu anderen Dingen gebe. Außerdem müsse man an den Umweltschutz denken: "Wenn es zwei sind, ist es umso besser, dass zwei Leute nicht mehr mit dem Auto zur Arbeit fahren müssen."

Bewerber, die zum Zuge kommen und einen Bauplatz erhalten, müssen innerhalb von drei Jahren mit dem Bau beginnen und ihn nach fünf Jahren abgeschlossen haben. Ansonsten geht das Grundstück zurück an die Gemeinde. Zudem ist der Weiterverkauf für zehn Jahre verboten - was die Gemeinde mittels Vorkaufsrecht überwacht.

Da jedoch mittlerweile nicht mehr alle Ehen und Partnerschaften zehn Jahre halten, zudem in solch einer Zeitspanne berufsbedingte Umzüge nicht unwahrscheinlich sind, schlug die SPD eine Härtefallregel vor. Diese soll nun geprüft werden. Der Hauptausschuss empfahl die Richtlinie bei einer, der Sozialausschuss bei zwei Enthaltungen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare