Im Stofflädchen von Saskia Weber herrscht nach dem Corona-bedingten Ansturm nun wieder einigermaßen Normalität. FOTO: GECK
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Im Stofflädchen von Saskia Weber herrscht nach dem Corona-bedingten Ansturm nun wieder einigermaßen Normalität. FOTO: GECK

Stoffladen

28 Kilometer Gummiband in Langgöns verkauft

  • Alexander Geck
    vonAlexander Geck
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Der Betrieb im Langgönser Stofflädchen hat sich wieder halbwegs normalisiert. Gelegenheit für Inhaberin Saskia Weber, etwas durchzuatmen. Denn die vergangenen Wochen waren wegen Corona extrem.

Man kann das Stofflädchen in Langgöns inzwischen wieder normal betreten - zumindest ohne Zeit in einer langen Warteschlange zu verbringen. Mundschutz ist für die Kunden selbstverständlich immer noch Pflicht, auch die Begrenzung auf vier Kunden gilt nach wie vor. Doch Inhaberin Saskia Weber verspürt wieder einen Hauch von Normalität. "Mit der Wiedereröffnung des Ladens nach der Corona-bedingten Schließung hatten wir eine extreme Hochphase. Etwa drei Wochen lang hatten sich täglich lange Schlangen vor dem Geschäft gebildet. Aber es ist immer noch mehr los als vorher", ordnet sie das Geschehen ein.

Und sie kann nun wieder durchatmen - physisch wie seelisch. Denn mit Beginn der verordneten Ladenschließung hatte auch sie regelrechte Existenzängste. Zum Jahreswechsel war sie mit ihrem Laden in der Kerngemeinde umgezogen, hatte ordentlich investiert. Einen Steinwurf entfernt aus einem deutlich kleineren Lädchen nun an recht exponierter Stelle mit deutlich größerer Ladenfläche. Dreimal so groß ist das neue Domizil, das eine Fülle an Stoffen bereithält. Doch auch eine höhere Miete musste und muss bezahlt werden. Da kam ihr der Ansturm gerade recht, sorgte er doch für einen Ausgleich für die fast zweimonatige Schließung.

Auch personell gibt es eine gewisse Rückkehr zur Normalität. Drei Angestellte werden wieder an den Nachmittagen für die Kunden da sein. Das ging während der Hochphase nicht, schließlich waren auch die Kinder zu betreuen.

Spürbar ist mit dem nachlassenden Hochbetrieb aber auch, dass es auf einem höheren Niveau weitergeht: "Die Kunden haben ihre alte Leidenschaft wiederentdeckt", meint Weber. Mit dem Entstauben der Nähmaschine zum Mundschutznähen hätten sie bemerkt, dass man auch noch ganz andere Sachen damit anfertigen könne. So vermutet sie, dass es auch in den kommenden Wochen noch lebhafter weitergeht. "Normalerweise ist von Oktober bis März Saison. Der Sommer verläuft sonst eher ruhig", verrät sie.

Doch eines ist Weber besonders wichtig: "Die Beratung und Hilfestellung kam in den vergangenen Wochen zwangsläufig leider etwas zu kurz". Darauf lege sie ansonsten großen Wert. Es habe aber angesichts der langen Schlangen vor dem Geschäft auch schon mal Unmut gegeben. Das sei ein Spagat gewesen.

Und was waren die Renner in den zurückliegenden Wochen? "Ganz klar: schwarzer dunkelgrauer und dunkelblauer Stoff - für die Männer." Manches sei immer noch nicht wieder lieferbar. Weber hofft dass sich das in Kürze bessert.

Neben dem Stoff gab es auch beim Zubehör Engpässe. Scheren, Nähnadeln, Stecknadeln und Garn waren heiß begehrt. "Weißes Garn ist immer noch nicht zu haben", ergänzt Weber. An Baumwollstoff habe sie immer was da gehabt, besonders weißen. Der sei am besten verfügbar, weil er nicht erst noch eingefärbt werden müsse.

Die Auswahl jedenfalls war und ist groß. Doch eines kommt ihr nicht in ihren Laden: Totenkopfmuster, nach denen auch viel gefragt wurde. Schnittmuster zum Nähen der Mund-Nase-Masken gab es dagegen zu jedem Einkauf.

Die größte Überraschung war für Weber der enorme Bedarf an einem speziellen Artikel. "28 Kilometer Gummiband sind über die Theke gegangen" zeigt sie sich immer noch erstaunt. Bei der ersten Bestellung mit 4000 Metern hätte sie noch Bedenken gehabt. Doch die waren nach eineinhalb Tagen weg gewesen.

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