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Die Übergangskonstruktionen der Talbrücke Langgöns werden ausgetauscht, zudem erste Vorbereitungen für den sechsspurigen Autobahnausbau getroffen.

A45-Talbrücke

A45-Brücke bei Langgöns: Millionenschwere Bauarbeiten vor dem eigentlichen Neubau

  • VonPatrick Dehnhardt
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Auf der Talbrücke Langgöns wird seit einigen Wochen gebaut. Unter anderem wird der Übergang zwischen Brücke und Fahrbahn erneuert. Mit dem geplanten Ausbau der A45 haben diese Arbeiten nur am Rande zu tun.

Langgöns - Wenn ein Auto in die Jahre kommt, weiß man, dass man sich langfristig nach einem neuen umschauen muss. Falls zwischenzeitlich die Bremsen abgenutzt sind, der restliche Wagen aber noch okay ist, lässt man diese selbstverständlich austauschen, statt nur noch Schrittgeschwindigkeit zu fahren.

Ebenso verhält es sich bei der Talbrücke Langgöns. Langfristig muss sie durch einen Neubau ersetzt werden, der zudem Platz für den sechsspurigen Ausbau der Autobahn 45 bieten soll. Nun ist ein Verschleißteil der Brücke abgenutzt und wird ausgetauscht, damit der Verkehr wieder ohne Tempolimit rollen kann.

A45-Brücke bei Langgöns: Immer wieder Probleme in vergangenen Jahren

In den vergangenen Jahren sorgten die Übergangskonstruktionen immer wieder für Probleme. Dabei handelt es sich um die Stelle, an der die Brücke an beiden Seiten an die normale Fahrbahn anschließt. Aufgrund der Temperaturunterschiede dehnt sich eine Brücke im Sommer aus, zieht sich im Winter zusammen. Dies müssen die Übergangskonstruktionen abfangen und gleichzeitig dafür sorgen, dass trotz mehrerer Zentimeter Unterschied zwischen warmen und kalten Tagen keine Spalten entstehen.

Zuletzt waren die Übergangskonstruktionen so schadhaft, dass für Laster ein Tempolimit von 60 km/h galt. Da es noch ein paar Jahre dauern wird, bis eine neue Talbrücke errichtet werden kann, wird dieses »Verschleißteil« ausgetauscht.

Bereits vor einigen Wochen wurde die Baustelle eingerichtet, die Arbeiten sind in vollem Gange. Sie sollen noch bis Anfang 2022 andauern, sagt Eugen Reichwein, Leiter der Außenstelle Dillenburg der Autobahn GmbH. »Die Gesamtkosten betragen 2,5 Millionen Euro.«

A45-Brücke bei Langgöns: Neuer Anlauf für Neubaupläne

Zu den Arbeiten gehört auch die Vorbereitung des betroffenen Abschnitts auf den geplanten Autobahnausbau. Die Standstreifen und Leitstreifen innen wie außen werden verstärkt. »Beim späteren Neubau der Talbrücke Langgöns können diese dann für die bauzeitliche 4+0-Verkehrsführung genutzt werden«, sagt Reichwein. Denn in dieser Zeit wird der Verkehr Richtung Ost ebenso wie Richtung West mit je zwei Spuren auf einer Seite der Autobahn abgewickelt werden. Nicht zuletzt werden die Schutzeinrichtungen der Brücke erneuert, etwa Leitplanken.

Im kommenden Jahr soll dann die Baustelle erst einmal wieder Geschichte sein. Am Horizont zeichnet sich jedoch der sechsspurige Ausbau der A45 zwischen Gambacher Kreuz und Gießener Südkreuz ab. Herzstück des Ausbaus wird der Neubau der Talbrücke Langgöns werden.

Für das notwendige Planfeststellungsverfahren lagen 2019 schon alle Unterlagen vor - dann änderte sich die Rechtssprechung. Ein »Fachbeitrag zur Wasserrahmenrichtlinie« wurde notwendig. Dieser ist nun kurz vor der Vollendung. »Wir gehen davon aus, dass das Planfeststellungsverfahren im Herbst eingeleitet werden kann«, sagt Reichwein.

A45-Brücke bei Langgöns: Neubau und sechsspuriger Ausbau

Wenn es erfolgreich abgeschlossen ist, kann der Autobahnausbau starten. Er ist in zwei Abschnitte unterteilt. Zunächst startet der Neubau der Talbrücke. Dabei handelt es sich eigentlich um zwei direkt nebeneinander stehende Brücken - je eine pro Fahrtrichtung. Zunächst soll der Holzheim zugewandte Brückenzwilling abgerissen und neugebaut werden, im Anschluss dann der auf Lang-Gönser Seite.

Während des Brückenneubaus startet der sechsspurige Ausbau zwischen Brücke und Gambacher Kreuz. Die Arbeiten sollen zeitgleich enden. Im Anschluss soll dann der sechsspurige Ausbau zwischen Talbrücke und Gießener Südkreuz stattfinden. Dieser befindet sich derzeit erst im Stadium der Voruntersuchung.

Übrigens: Den Nutzern der A45 droht keine zweite Salzbachtalbrücke: Die geplante technische Lebensdauer des Bauwerks endet erst 2029. Es ist somit also noch genügend Zeit für den Neubau.

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