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Neubaugebiete - wie hier der Beginn des Ausbaus in Niederkleen an der Butzbacher Straße - sollen künftig nur dann aufgelegt werden, wenn die Grundstücke zu 100 Prozent im Besitz der Gemeinde sind. Archivfoto: se

Kasse winkt dickes Plus

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Langgöns(se). Die finanzielle Situation der Gemeinde Langgöns hat sich trotz eines spürbaren Rückgangs des Gemeindeanteils an der Einkommenssteuer und der Gewerbesteuer (jeweils 100 000 Euro) verbessert, und das, obwohl gemäß eines Beschlusses der Gemeindevertretung keine Erträge aus den Gemeindewerken (ursprünglich angesetzt waren 70 000 Euro) dem Haushalt zugeführt werden. Das wurde bei der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses deutlich. Verantwortlich für die positive Entwicklung ist einerseits eine Erhöhung des Gemeindeanteils an der Umsatzsteuer (plus 60 000 Euro), andererseits eine Reduzierung der Kreisumlage um rund 474 000 Euro.

Kita-Maßnahmenpaket kommt

"Eine erfreuliche Entwicklung", nannte Bürgermeister Marius Reusch (CDU) das Ergebnis des Finanzberichtes vom 31. Oktober 2019. "Auf Basis dieser ausgewählten Zahlen würde sich das ordentliche Ergebnis des Haushaltsplanes 2018 von 5400 Euro auf 245 500 Euro verbessern", heißt es in dem Bericht, der am Montagabend in der Sitzung des Ausschusses vorgestellt wurde.

Der Bürgermeister gab außerdem einen Überblick über den Stand der von der Hessenkasse geförderten Investitionsmaßnahmen. Danach befinden sich die Dachsanierung an der Friedhofskapelle in Lang-Göns sowie Baumaßnahmen Blauäckerweg, Karlsbader Straße, Brücke Hinter dem Mühlberg und Parkplatz Gensäcker "in der Umsetzung".

Bei einer Enthaltung gab der von Jürgen Knorz (CDU) geleitete Ausschuss grundsätzlich eine Beschlussempfehlung zur Anschaffung einer gemeindlichen App für Pläne, Karten und Kataster. Allerdings, das zeigte die der Abstimmung vorangegangenen Diskussion, gibt es noch Wünsche nach Verbesserungen.

Gegen die Stimmen der beiden SPD-Mitglieder sprach sich der Ausschuss für einen "Grundsatzbeschluss Neubaugebiete" aus, wonach die Gemeinde Neubaugebiete nur noch dann aufliegt, wenn sie über 100 Prozent der Fläche verfügt. Dabei liegt der Ankaufspreis bei 30 Prozent des geplanten Verkaufspreises (ohne Erschließungskosten). Damit verfolgt der Antragssteller, die CDU/FDP-Koalition und Grüne, das Ziel, die Steuerung der Bebauung durch die Gemeinde sicherzustellen, den Flächenverbrauch zu begrenzen, langjährige Baulücken zu vermeiden und "ein gemeindliches Angebot von bezahlbarem Bauland und Wohnraum, bevorzugt für Langgönser Familien" zu unterbreiten sowie eine "Absicherung der Eigenentwicklung aller Ortsteile" zu erzielen.

Der Langgönser Ortslandwirt Manfred Dern (CDU) befürchtet, dass, wenn das Bauland zu billig wird, die Ortsmitte vernächlässigt werde. Thomas Schmidt (SPD) begründete seine Ablehnung damit, dass so den Grundstückseigentümern Zwänge auferlegt würden und dass noch Fragen ungeklärt seien.

In der Sitzung wurde außerdem das Ergebnis der Beratungen einer Arbeitsgruppe vorgestellt, die sich mit neuen Gewerbeflächen und Baugebieten befasst und ein Vorschlagspaket für die Gremien der Gemeinde geschnürt hatte. Eine einstimmige Beschlussempfehlung gab der Ausschuss für das "Kita-Maßnahmenpaket 2020" in Höhe von rund 200 000 Euro. Hierzu könnten zusätzliche Mittel vom Land in Höhe von ebenfalls rund 200 000 Euro erhalten werden. Außerdem sprach sich der Ausschuss für eine Änderung der Entschädigungssatzung für Gemeindevertreter sowie für die Neufassung zur Erhebung einer Zweitwohnungssteuer aus.

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