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Kartoffelernte wie anno dazumal

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Das "Ausmachen" der Knolle ist der Höhepunkt im Anbaujahr der "Kartoffelfreunde Oberkleen". 38 Familien bewirtschaften gemeinsam einen Acker in der Gemarkung des Langgönser Ortsteiles. Nun wurden die Mühen des Anbaus belohnt: Am ersten und zweiten Erntetag fanden sich jeweils über 40 Erwachsene ein, die fleißig die Sorten Allians, Quartta und Belana wie einst in den Fünfziger- und Sechzigerjahren per Hand aufsammelten. Mit noch mehr Spaß als die "Großen" waren auch diesmal wieder die Kinder dabei, die auf den alten Traktoren mitfahren durften.

Werner Röhrich berichtete: "Das Kartoffeljahr beginnt mit der Ackervorbereitung, dem Setzen der vier Sorten mit einer alten Setzmaschine der Firma Hassia aus Butzbach, der Behandlung gegen Kartoffelkäfer und Krautfäule und dem Häckeln und Aufstreichen der Reihen. Jeder muss seine Reihe noch hacken, bevor die Kartoffelstöcke bis zur Ernte ruhen. Nach dem Auflesen bekommt jeder seine Kartoffel nach Hause gefahren."

Ertrag rückläufig

Der Abschluss des "Kartoffeljahres" war auch 2020 traditionell ein Kartoffelfeuer, bei dem das ausgetrocknete Kraut verbrannt wurde. Derweil rösteten in der Glut die frisch geernteten Kartoffeln. Wetterbedingt sei der Ertrag etwa 30 Prozent niedriger als in den ersten Jahren der "Kartoffelfreunde" gewesen, hieß es.

Die Gruppe besteht seit mittlerweile neun Jahren und erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Erstmalig 2012 wurden gemeinsam 21 Reihen Kartoffeln angepflanzt. Von Jahr zu Jahr wurden es mehr Reihen, weil mehr Familien mitmachten. "Regionaler und umweltfreundlicher kann man sich nicht mit Kartoffeln versorgen, zumal das Gemeinschaftsgefühl im Dorf dadurch noch gestärkt wird", unterstrich Röhrich. Immerhin: Trotz der Trockenheit konnten drei Sack pro Familie und Reihe geerntet werden. Bei entsprechender Lagerung reichen die Kartoffeln als Wintervorrat bis April/Mai. bf/Foto: bf

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