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Espa ist nicht nur im Frühling eine Augenweide. Da wundert es kaum, dass immer mehr Menschen in dieses Dorf ziehen wollen.

Junge Familien »first«

  • vonPatrick Dehnhardt
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Espa wächst: Der südlichste Langgönser Ortsteil freut sich über eine steigende Einwohnerzahl. Zudem waren die Plätze im Neubaugebiet heiß begehrt: 41 Interessenten meldeten sich für die ersten sechs Grundstücke. Bei der Vergabe kommt erstmals die neue Richtlinie der Gemeinde zum Tragen.

Im vergangenen Jahr hat die Gemeinde Langgöns eine neue Richtlinie zur Vergabe von Bauplätzen erarbeitet. Das Punktesystem würdigt unter anderem besonderes Engagement für das kommunale und soziale Leben, soll zudem gleichzeitig dafür sorgen, dass vor allen Dingen junge Familien und in Langgöns verwurzelte Bürger die Chance auf einen Bauplatz bekommen.

Beim Neubaugebiet in Espa wird die neue Richtlinie nun erstmals angewendet. Bürgermeister Marius Reusch schilderte in der Haupt- und Finanzausschusssitzung am Montagabend ein enorm hohes Interesse: Auf sechs Bauplätze kamen 41 Bewerber. Die neue Richtlinie helfe nun dabei, eine Reihenfolge der Bauplatzvergabe zu erarbeiten.

»Die erarbeiteten Kriterien wirken wirklich sehr gut«, sagte Reusch. »Es gibt Bewerber von 100 bis hinab zu 20 Punkten.« Nur wenige hätten eine gleiche Punktzahl. »Es sind einige, die einen starken Bezug zur Gemeinde haben oder selbst aus der Gemeinde stammen.« Allein fünf Bewerber kommen aus Espa, weitere aus dem Kernort Lang-Göns. 34 Bewerber besitzen bislang weder ein Wohnhaus noch einen Bauplatz im Landkreis Gießen oder den Nachbarkreisen, 19 haben Kinder unter zehn Jahren, drei zwischen zehn und 18 Jahren vorzuweisen. Damit ließe sich das Ziel verfolgen, jungen Familien die eigenen vier Wände zu ermöglichen.

Das Espaer Neubaugebiet verfügt über insgesamt 13 Bauplätze, von denen im ersten Schritt sechs vermarktet werden. Im Vorfeld gab es immer wieder Sorgen, dass finanzkräftige Frankfurter den heimischen Bauwilligen die Plätze vor der Nase wegkaufen könnten.

Welche Folgen solch ein Zuzug von in der Kommune nicht verwurzelten Bürgern haben kann, zeigte sich nebenbei bei einem weiteren Tagesordnungspunkt. Im Zuge der Diskussion über die Zukunft des Paul-Schneider-Freizeitheim-Areals und eine mögliche Kita-Nutzung berichtete der Hüttenberger Grünen-Politiker Klaus-Heinrich Weber, dass die Nachbargemeinde mit einem Mangel an Kita-Plätzen zu kämpfen habe. In Rechtenbach sei dies besonders der Fall: Familien, die Kita-Plätze beanspruchen, aber sonst am sozialen Geschehen vor Ort nicht teilnähmen. Weber begrüßte die Idee des Naturkindergartens. Da Hüttenberg dringend weitere Kita-Plätze benötige, sei ein interkommunales Projekt mit zwei Gruppen denkbar.

Zusammenarbeit mit Hüttenberg?

Bereits seit einigen Monaten arbeitet die Gemeinde Langgöns an Plänen für einen Naturkindergarten im ehemaligen Freizeitheim. Der Kirchenkreis an Lahn und Dill hatte vor wenigen Wochen angekündigt, das Gebäude verkaufen zu wollen. »Da stellt sich nun die Frage, wie es weitergeht«, sagte Reusch. Viele Langgönser hätten sich bereits für einen Erhalt des Freizeitheims ausgesprochen, mit dem sie viele Erinnerungen verbinden. Zudem würde die Kommune gerne einen Naturkindergarten mit Betreuungszeiten bis 17 Uhr einrichten.

Der Gemeindevorstand hat jüngst empfohlen, mit dem Kirchenkreis über eine Nutzung oder den Kauf des Areals in Verhandlungen einzutreten, sagte Reusch. »Einen Auftrag der Gemeindevertretung dafür zu haben, ist aber immer besser.«

Im Hauptausschuss stieß das Projekt weiterhin auf positive Resonanz. Hans Noormann (Grüne) sagte, dass die primäre Motivation sein müsse, einen Naturkindergarten mit einer Gruppe oder mit Hüttenberg zusammen mit zwei Gruppen einzurichten. Mehr sei auf dem Areal nicht möglich. »Dass 80 Kinder jeden Morgen da in den Wald strömen, ist absurd.« Für die Nutzung der nicht für die Kita benötigten Räume solle eine AG Vorschläge entwickeln.

Jürgen Knorz (CDU) sagte: »Wir müssen eine Entscheidung in diesem Jahr treffen, um das leistungsstarke Hausmeisterehepaar zu halten und die Gebäude nicht verfallen zu lassen.« Daher sollte der Gemeindevorstand die Verhandlungen bereits angehen, während die Arbeitsgruppe Nutzungsmöglichkeiten auslotet. Michael Buss (Grüne) sah dies ähnlich: »Eine Zeitverzögerung kann man sich bei dieser Entscheidung nicht leisten.«

Der Ausschuss empfahl einstimmig die Verhandlungen mit dem Kirchenkreis sowie die Einsetzung einer Arbeitsgruppe, gegen die Verhandlungen mit Kooperationspartner und Hüttenberg gab es eine Gegenstimme.

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