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Jugendtreff und Wochenmarkt

  • vonPatrick Dehnhardt
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Langgöns (pad). Früher hieß das Programm »Dorferneuerung«. Nun sind die Namen »Dorfentwicklung« und Integriertes kommunales Entwicklungskonzept (IKEK) gebräuchlich. Das Ziel hat sich dabei ein wenig verändert. Mittlerweile wolle man nicht mehr alle Dörfer mit allem ausstatten. Stattdessen soll die Dorfentwicklung Schwerpunkte setzen, sagte Dr. Florian Warburg von der Abteilung ländlicher Raum.

»Die Frage ist: Was kann der Ort mit seinen Strukturen auch für die Gesamtgemeinde tun?«

Beim Ortsrundgang durch Niederkleen am Dienstag wurde deutlich: Bereits jetzt gibt es einiges im Dorf, von dem ganz Langgöns profitiert. Bürgermeister Marius Reusch nannte unter anderem das Ärztezentrum in der Bergstraße mit der Apotheke. »Der Hausarzt ist wichtig für das ganze Kleebachtal.« Das Zentrum müsse darum unbedingt erhalten bleiben.

Großes Kulturgut des Ortes ist die Kirmes. »Die Kirmes ist in Niederkleen heilig«, sagte Reusch unter allgemeinem Nicken der Anwesenden. Drei Hunde und 33 Bürger waren beim Rundgang mit dabei - Letztere gaben viele Anregungen, die Dr. Andrea Soboth und André Haußmann von der IKEK-Steuerungsgruppe »Team 360°« fleißig notierten.

Dass der Festplatz erhalten bleiben muss, war Konsens. Selbst Planer Rainer Tropp schwärmte: »Das ist einer der wenigen Festplätze mit Gras. Das ist wunderbar.« Über das Jahr hinweg dient er auch als Bolzplatz.

Den Niederkleenern fehlt jedoch eine Hecke, die den Platz abgrenzt und verhindert, dass Fahrzeuge auf ihm herumfahren. Spuren im Gras zeugten von den jüngsten Triftaktionen. Ortsvorsteher schilderte Tim Schröder Wunsch nach einem Jugendtreff in diesem Bereich. Dafür reiche eine Überdachung mit zwei bis drei geschlossenen Seiten.

Zum Vorschlag, in Niederkleen eine Skatebahn oder einen Pump Track einzurichten, sagte Reusch, dass dies bereits für den Kernort diskutiert werde.

Zwischen Festplatz und Turnhalle liegt der »städtebauliche Haupteingang« von Niederkleen, sagte Tropp. Die erste Ortsansicht werde jedoch von »rauter Gerümpel« geprägt. Derzeit stehen dort diverse Baumaterialien und der leere Rahmen für ein Willkommensschild. Tropp regte an, dort aufzuräumen. Ein von Niederkleener Bürgern vorgeschlagener Wochenmarkt oder auch ein kleines Café würden gut auf den Platz vor der Turnhalle passen.

Größtes Thema des Tages war das Areal rund um das Bürgerhaus. An den großen Parkplatz grenzt ein derzeit leerstehendes Gebäude an, welches wieder eine Nutzung erhalten soll, sagte Reusch.

Das »Alte Haus« und Teile des Bürgerhauses bildeten früher laut Planer Tropp zusammen mit bereits verschwundenen Gebäuden eine Hofanlage. Das Gebäude sei bemerkenswert: »Das ist eine städtische Architektur. Heute würde man so etwas in Wetzlar oder Fulda ansiedeln«, aber nicht in einem kleinen Dorf.

Das »Alte Haus« zu sanieren könnte laut Ansicht des Planers »eines der bedeutendsten Projekte der Dorferneuerung werden«. Bei Gedankenspielen über eine neue Nutzung solle man aber die derzeitige nicht aus den Augen verlieren. Im Moment sind im »Alten Haus« preiswerte Wohnungen angesiedelt. »Wenn man hier etwas anderes reinmachen will, muss man überlegen, wo man diese unterbringt.« Die Dorfentwicklung solle zu keiner Verdrängung führen.

Bei der Schätzung Tropps, die Sanierung könnte einen sechsstelligen Betrag kosten, schmunzelten einige Niederkleener: Sie schätzen die Kosten mit einer siebenstelligen Summe ein.

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