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Eine Wanderausrüstung geben die Mitarbeiter ihrem scheidenden Chef Horst Röhrig mit auf den Weg in den Ruhestand.

Bürgermeister-Abschied

Horst Röhrig sagt in Langgöns "Ade!"

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Nach 24 Jahren im Amt ist Bürgermeister Horst Röhrig in den Ruhestand verabschiedet worden. Seine Nachfolge tritt ab 1. Juni Marus Reusch an.

Langgöns (con). Eine ganze Generation Langgönser Bürger ist mit ihm aufgewachsen - am Mittwoch endete eine Ära für die Gemeinde und ihre Bürger: Der langjährige Bürgermeister Horst Röhrig wurde aus seinem Amt verabschiedet.

"Nach 24 Jahren geht die Ära Horst Röhrig in Langgöns zu Ende", sagte die SPD-Vorsitzende Anja Asmussen im Rahmen der Verabschiedung am Mittwoch. Am heutigen 31. Mai ist sein offiziell letzter Tag als Bürgermeister von Langgöns, ab morgen übernimmt sein Nachfolger Marius Reusch die Geschicke der Gemeinde.

Neue Herausforderungen

Als Horst Röhrig vor 24 Jahren den Posten des Bürgermeisters in Langgöns von Walter Haller übernahm, sah die Welt noch ganz anders aus: Bundeskanzler war Helmut Kohl, Bill Clinton US-Präsident, in Südafrika endete die Apartheid und in den Kinos lief "Schindlers Liste". 24 Jahre, in denen sich die Welt stark verändert hat: Die Digitalisierung nahm immer mehr Fahrt auf, die Städte und Gemeinden hatten immer mehr mit der Verschuldung zu kämpfen, die Welt wurde immer schnelllebiger, und der demografische Wandel stellte viele Städte und Gemeinden vor ganz neue Herausforderungen.

Fünf Feuerwehrhäuser gebaut

Durch all das hat Horst Röhrig die Gemeinde Langgöns mit ruhiger Hand geführt. Dabei war es aber auch nicht immer einfach mit ihm, wie viele der langjährigen Begleiter versicherten: "Wenn der Begriff ›Pfennigfuchser‹ auf jemanden passt, dann ganz bestimmt auf Horst Röhrig", sagt SPD-Vorsitzender Thorsten Schäfer-Gümbel. "Er kann bis auf die vierte Nachkommastelle rechnen und streitet auch darum".

Überhaupt erinnern sich viele Wegbegleiter daran, dass Röhrig gerne über die finanziellen Aspekte stritt: "Du hast immer neu und anders gedacht - du hast auch immer viel gerechnet: Das öffentliche Steuergelder gut verwaltet wurden war dir immer ein wichtiges Anliegen", blickt Landrätin Anita Schneider zurück. "Dein Fokus lag dabei immer auf deiner Gemeinde - aber du wusstest auch, dass eine positive Entwicklung des Kreises auch Langgöns zu Gute kommt".

Immer Freude am Beruf

Alle Gäste lobten zudem, dass Röhrig sichtbar Spaß an seinem Beruf hatte und jederzeit Optimismus und Tatkraft ausstrahlte. "Du bist ein Stück Zeitgeschichte für die Gemeinde", sagte Jörg Schmidt (FWG).

Viel lag Röhrig in dieser Zeit am Herzen. Ganz gleich, ob Kindergärten, Finanz- oder Arbeitsplatzentwicklung in der Gemeinde, Horst Röhrig war immer aufmerksam dabei. Insbesondere das interkommunale Gewerbegebiet "Magna-Park Rhein-Main" auf dem Gelände der ehemaligen US-Ayers-Kaserne, zusammen mit der Stadt Butzbach kann als sein größtes Projekt gelten.

Feuerwehr liegt ihm am Herzen

Aber auch das Ehrenamt war ihm wichtig, dabei ganz besonders die Feuerwehr. Das wussten auch die Mitglieder der anderen politischen Fraktionen zu schätzen: "Fünf neue Feuerwehrgerätehäuser haben wir in deiner Amtszeit gebaut - nur Oberkleen und Dornholzhausen hast du nicht mehr geschafft", würdigte ihn Jürgen Knorz, Vorsitzender der CDU/FDP-Fraktion in der Gemeinde. Und von der Grünen-Fraktion gab es dann noch ein besonderes Geschenk für Horst Röhrig: Ein Playmobil-Feuerwehrhaus. "Damit Du auch in Zukunft noch Feuerwehrhäuser bauen kannst", sagte Fraktionschef Dr. Michael Buss.

Und was sagt der scheidende Bürgermeister selbst zu seinem Abschied? Er nutzte die Gelegenheit, sich noch einmal bei seinen langjährigen Wegbegleitern aus der Politik und der Verwaltung,zu bedanken und eine letzte Bilanz zu ziehen: "Danke für die gute Zusammenarbeit. Wir haben viele positive Entwicklungen ermöglicht. Es war und ist mir eine Ehre!" Und als sich dann zum Abschied noch einmal alle Anwesenden für stehende Ovationen erhoben, winkte Röhrig letztlich sichtlich gerührt ab.

Zum Schluss blieb den meisten nur noch eins zu sagen: "Tschüss Horst - und alles Gute für deinen (Un-)Ruhestand".

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