Niederkleen war vom Unwetter am 13. Juni stark betroffen. Mittlerweile wurde das Bett des Kleebachs geräumt, um für Niederschläge mehr Platz zu schaffen. Anrainer können Hilfen aus dem neuen Fonds für vorbeugenden Hochwasserschutz beantragen. FOTO: PAD
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Niederkleen war vom Unwetter am 13. Juni stark betroffen. Mittlerweile wurde das Bett des Kleebachs geräumt, um für Niederschläge mehr Platz zu schaffen. Anrainer können Hilfen aus dem neuen Fonds für vorbeugenden Hochwasserschutz beantragen. FOTO: PAD

Hochwasserschutz wird gefördert

  • Patrick Dehnhardt
    vonPatrick Dehnhardt
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Langgöns(pad). Nach den Unwettern im Kleebachtal am 10. Mai sowie am 13. und 14. Juni will die Gemeinde Langgöns die betroffenen Bürger unterstützen. Unter anderem soll es einen Hilfsfonds für den Ausgleich von Schäden geben, welche keine Versicherung übernimmt. Zum anderen will die Kommune den vorbeugenden Starkregenschutz fördern. Die dafür notwendigen Richtlinien wurden nun im Haupt- und Finanzausschuss vorgestellt.

Knapp 16 000 Euro Schäden gemeldet

Zunächst gab Schriftführer und Verwaltungsmitarbeiter Mark Zimmermann eine Übersicht. Bei der Feuerwehr waren 46 Schadensstellen in der Unwetternacht gemeldet worden. 21 Betroffene hatten sich auf den Aufruf der Gemeinde hin gemeldet. Zehn davon erklärten, dass sie keine Schäden hätten oder die Versicherung diese komplett tragen würde. Somit haben nur elf Bürger Hilfsmittel beantragt. Die von ihnen aufgelisteten Schäden summieren sich auf knapp 16 000 Euro.

"In den einen und anderen Fällen hat die Versicherung wohl doch noch gegriffen", freute sich Ausschussvorsitzender Jürgen Knorz. Der Haupt- und Finanzausschuss nahm die Vergaberichtlinie zur Kenntnis, sie kann nun angewendet werden.

Auch in Sachen Förderung des vorbeugenden Hochwasser- und Starkregenschutzes hatte die Gemeindevertretung den Ausschuss zu einer abschließenden Beratung beauftragt. Im dafür vorgesehenen Hilfsfonds stehen jährlich 50 000 Euro zur Verfügung. Gefördert werden unter anderem Rückstauventile sowie Flutschotts für Türen, Garagentore und Kellerluken mit jeweils 50 Prozent der Kosten. Die Gemeinde behält sich vor, einen Nachweis über die Erforderlichkeit der jeweiligen Maßnahme zu fordern.

Als maximale Fördersumme pro Antragsteller legte der Haupt- und Finanzausschuss 5000 Euro fest. Das Gremium beschloss danach einstimmig die Richtlinie.

Die SPD wollte in diesem Zusammenhang wissen, ob es einen neuen Sachstand zur interkommunalen Starkregenanalyse im Einzugsgebiet des Kleebachtals gebe. Erster Beigeordneter Hans Noormann, Vertretung für den erkrankten Bürgermeister, sagte dazu, dass derzeit geprüft werde, ob es sinnvoller ist, wenn alle Anrainerkommunen des Kleebachs eine gemeinsame Ausschreibung vornehmen oder sich einzelne Kommunen zu Bezirken zusammenschließen.

Geringere Einnahmen

Während die Gemeinde Langgöns von Starkregen erst einmal genug hat, würde man sich über einen warmen Finanzregen sehr freuen. Doch der ist aktuell nicht in Sicht. Die Verwaltung legte eine Übersicht über die Entwicklung des kommunalen Finanzausgleichs im ersten Halbjahr vor. Gab es bei der Einkommenssteuer im ersten Quartal 2020 noch im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein sattes Plus von 213 000 Euro, so flossen im zweiten Quartal fast 345 000 Euro weniger als noch von März bis Mai 2019.

Bei der Gewerbesteuer und Heimatumlage nimmt die Gemeinde im ersten Halbjahr 98 333 Euro weniger als noch 2019 ein, bei der Umsatzsteuer sind es 12 000 Euro weniger.

Als Ausgleich für die entgangenen Steuereinnahmen erhält Langgöns von Land und Bund rund 451 000 Euro. Beigeordneter Noormann sagte: "Im Moment sieht es so aus, dass wir als Gemeinde noch einigermaßen davonkommen." In Langgöns sei ein guter Mix verschiedener Gewerbezweige vorhanden, dadurch schlage die Krise nicht so stark wie andernorts durch.

Im Finanzbericht gab die Verwaltung eine Prognose für das Haushaltsjahr 2020 ab - und musste dabei oft das Minuszeichen verwenden. Da die Hallen und Dorfgemeinschaftshäuser kaum vermietet wurden, werden die Einnahmen voraussichtlich 84 500 Euro niedriger als erwartet liegen. In der Forstwirtschaft werden 36 700 Euro weniger Einnahmen als geplant erwartet, zudem werden voraussichtlich bei der Einkommens- als auch Gewerbesteuer jeweils 400 000 Euro weniger als geplant eingenommen werden können. Das ordentliche Ergebnis des Haushaltsplans würde damit von 141 000 Euro im Plus auf fast 318 000 Euro ins Minus kippen.

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