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So wie die anderen Wehre entlang des Kleebachs darf das Hochwasserwehr bei Dornholzhausen bisher nur von Mitarbeitern des Wasserverbandes Kleebach bedient werden. Jetzt ist im Ernstfall eine Ausnahme vorgesehen. ARCHIVFOTO: PAD

Hochwasserschutz verbessert

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Langgöns (pm). Es gibt weitere Schutzmaßnahmen vor Hochwasser in Niederkleen. Das teilten jetzt Gemeinde, Wasserverband Kleebach und das Regierungspräsidiums gemeinsam mit. Darunter fällt auch eine Modifizierung der Hochwasserrückhaltebecken im Kleebachtal.

Nachdem der Kleebach vor einigen Wochen wieder einmal bewiesen habe, welches Gefahrenpotenzial er durch Tauwetter und Regen haben kann, soll die Situation schrittweise verbessert werden. Die seit dem Sommer vorgenommenen Räumungsarbeiten am Kleebach hätten bereits eine positive Wirkung gezeigt, berichtete Bürgermeister Marius Reusch. Dennoch bestehe ein grundsätzliches Problem mit der Durchflussmenge des Gewässers insbesondere in Niederkleen.

Wassermassen verringern

Deshalb wurden die Hochwasserlage analysiert und Gespräche geführt, die neue Erkenntnisse gebracht haben, so der Bürgermeister. Es fand ein Gespräch mit Vertretern der oberen Wasserbehörde des Regierungspräsidiums und des Wasserverbands statt, an dem auch der Hüttenberger Bürgermeister Christoph Heller teilnahm.

Hüttenberg gehört zu den Anliegern des Kleebachs, hatte ebenfalls mehrfach mit dessen Hochwasserproblematik zu kämpfen und ist auch von den Regelungen am Oberlauf des Kleebach betroffen.

Im Gespräch ging es vor allem um Oberkleen, Niederkleen und Dornholzhausen sowie die Hochwasserrückhaltebecken vor Niederkleen und Dornholzhausen. Bei den letzten Hochwasserereignissen war es immer wieder zu Forderungen aus der Bevölkerung gekommen, die Schieber dieser Becken zumindest teilweise abzusenken und dadurch die Wassermassen zu verringern, die aus den Becken in die beiden Ortsteile fließen.

Von den Fachbehörden wurde darauf hingewiesen, dass es bei falscher Handhabung zu erheblichen Gefahren kommen könne. Deshalb sollte diese Bedienung beim Betreiber Wasserverband verbleiben. Grundsätzlich hat die Feuerwehr aber die Möglichkeit, im Notfall die Schieber zu betätigen, mit entsprechender Übernahme der Verantwortung durch die Gemeinde.

Damit im Ernstfall eine Steuerung erfolgen kann, werden auf Anraten der Gemeinde die Schieber mit Messstangen ausgerüstet. Durch den Wasserverband werden in Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) Listen über die Abflusskurven bei bestimmten Schieberständen berechnet, um konkrete Aussagen machen zu können, welche Wassermengen aus dem Becken strömen.

Flankierende Maßnahmen

Um langfristig und dauerhaft die Hochwassersituation in Niederkleen und Dornholzhausen sicherer zu machen, prüft der Wasserverband einen Umbau der Becken. Ziel soll es sein, dauerhaft eine an den Pegelstand angepasste automatisierte Steuerung der Durchflussmenge einzurichten. Dies steht noch unter dem Gremienvorbehalt des Wasserverbandes und bringe sicherlich einen längeren Planungsvorlauf mit sich.

Reusch zeigte sich zufrieden mit den konstruktiven Vorschlägen. »Diese Maßnahmen können dazu beitragen, die Situation zu entschärfen.« Sie seien auch ein Signal, das die Akzeptanz der Hochwasserschutzprojekte in der Bevölkerung dauerhaft erhöhe.

Die Gemeinde plant in Absprache mit der Fachbehörde flankierend weitere eigene Maßnahmen am Kleebachgewässer: Im Zuge des Hochwasserschutzes soll die Mauer in der Bennergasse in Niederkleen erneuert und erhöht werden. Weiterhin soll die Mauer in der Kreuzgasse von der Steinernen Brücke bis an die Mauer des Brunnenplatzes geschlossen werden, wobei eine Einfahrt in den Kleebach verbleiben soll. Sie kann im Ernstfall mit Alu-Elementen verschlossen werden. Dadurch kann das provisorische Errichten einer Sandsackmauer bei Hochwasserereignissen durch die Feuerwehr entfallen und die Sicherung der Stelle stark beschleunigt werden.

Da im Bereich des Backhauses bisweilen nur eine Sicherung mit einer Holzbohlenwand erfolgte, soll auch dort eine Alu-Wand für den Ernstfall vorgesehen werden. Die vorhandene Konstruktion schließt nicht dicht, Wasser läuft auf die Straße. Auch in Oberkleen und Dornholzhausen sollen im Zuge der Gewässerunterhaltung weitere Verbesserungen der Gewässerführung umgesetzt werden.

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