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Hallelujah zum Sanierungsende

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Von: Patrick Dehnhardt

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Dass die Halle rege genutzt wird, zeigt sich auch beim Pressetermin zum offiziellen Abschluss der Sanierung. © Patrick Dehnhardt

Langgöns (pad). Es ist ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk für die Sportler, das mancher mit einem »Hallelujah« gefeiert haben dürfte: Die Sanierung der Karl-Zeiß-Sporthalle in Lang-Göns ist abgeschlossen. Seit Mai 2020 gab es umfangreiche Austausch- und Erneuerungsmaßnahmen.

Dass an der Halle dringend etwas gemacht werden musste, war im Vorfeld der Arbeiten parteiübergreifender Konsens gewesen, berichtete Bürgermeister Marius Reusch am Donnerstagabend. Die Zustände hätten nicht mehr dem Niveau des Sports entsprochen, der dort geboten und angeboten werde. »Die Investition zeigt, welchen Stellenwert die Vereine in unserer Gemeinde haben.«

Für die Sanierung der Karl-Zeiß-Sporthalle wurden 1,05 Millionen Euro ausgegeben. Es handelte sich um Mittel aus dem Hessenkasse-Programm, sodass die Gemeinde selbst nur einen kleinen Teil der Kosten tragen musste.

Eine Problemstelle war beispielsweise der Turnraum. Im Sommer heizte sich dieser aufgrund der großen Glasfront enorm auf, im Winter ließ er sich nicht wirklich auf Temperatur bringen, da die Wärme sofort verloren ging. Dort wurde jetzt eine neue und gedämmte Holzwand eingezogen, die deutliche Energieersparungen bringen soll. Diese will man auch durch die neuen Fenster und Aluminiumaußentüren erreichen.

Die große Halle erhielt einen neuen Boden inklusive Unterbau als Schwingboden. Das dürfte die Gelenke der Sportler freuen. Die Beleuchtung wurde im gesamten Gebäude auf LED umgestellt. In den Gängen wurden neue Decken eingebaut. Diese sind deutlich höher als ihre Vorgänger, was ebenfalls die Aufenthaltsqualität steigert.

Diese hat sich auch in den Nebenräumen der kleinen Halle erhöht: Duschen, Umkleiden und Toiletten wurden dort saniert und teilweise neu gefließt. Die neue Lüftungsanlage reagiert automatisch auf die Luftfeuchtigkeit.

Problematisch wurde es, wo alte Fliesen erhalten, jedoch kaputte Exemplare ausgetauscht werden sollten. »Die bekommt man heute nicht mehr auf dem Markt«, sagte Architekt Ulrich Homberger. So wurde versucht, die Lücken mit Fliesen zu schließen, die den Originalen möglichst nahe kommen,

Zudem erhielten die Hallen neue Türen. Homberger sagte, dass man sich dagegen entschieden habe, alle Tore auszutauschen. Schließlich sei nur eine Teilsanierung geplant gewesen. Dabei stelle sich stets die Frage, wo man einen Schlussstrich ziehe und aufhöre. Man habe versucht, »mit ein, zwei Strichen mehr ein rundes Bild« zu erzeugen.

Material- und Personalengpässe

Homberger sagte, dass die Pandemielage Fluch und Segen zugleich gewesen sei. Da der Spiel- und Trainingsbetrieb über Monate eingestellt war, hatten die Bauarbeiten in dieser Zeit keine Auswirkungen auf den Sport. Jedoch konnte man dieses Zeitfenster nicht optimal nutzen, da es zu Lieferengpässen bei Baumaterial kam, zudem nicht alle Firmen genügend Personal zur Verfügung hatten. Nicht zuletzt wurde im laufenden Projekt deutlich, dass auch die Lüftungsanlage erneuert werden müsste. »Es war schon ein Drama«, sagte Homberger. Dass die Bauzeit so lange andauerte, sei nicht geplant gewesen.

Auch Bürgermeister Reusch sagte, dass nicht alles rund gelaufen sei. Er bedankte sich für das Verständnis der Vereine und dass diese sich untereinander organisiert hatten, um die baubedingten Einschränkungen zu kompensieren.

Übrigens: Dass die Karl-Zeiß-Sporthalle nun mit »ß« und nicht mehr mit »ss« geschrieben wird, ist kein Tippfehler. Wie die Verwaltung mitteilte, sei dies die korrekte Schreibweise.

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