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Das Blasorchester in der Partnergemeinde St. Ulrich. FOTO: ORCHESTER

Große Fußstapfen

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Langgöns(con). Fast auf den Tag genau vor 30 Jahren, am 15. Januar 1990, startete die erste Übungsstunde des Blasorchesters Langgöns. Das neue Ensemble bildete praktisch den Nachfolger des Spielmannszugs der Freiwilligen Feuerwehr. Letzterer stellte seinen Betrieb nach einem Auftritt am 10. Juni 1990 ein.

Die Geschichte des Spielmannszugs begann bereits 1912 mit einem ersten öffentlichen Auftritt, doch durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges fanden erst ab 1919 regelmäßige Proben und Auftritte statt.

1990 hätte diese lange Tradition fast ein Ende gefunden. Doch dafür sprang das Blasorchester in die Bresche: Die erste Übungsstunde wurde von 42 Interessierten besucht. "Über das erste Jahr hinweg legte sich die Begeisterung für das Orchester wieder etwas", berichtet Reinhard K. Puhl, der während der Umstellung vom Spielmannszug zum Blasorchester als Vereinsvorsitzender tätig war. Zum Ende des ersten Jahres waren schließlich noch 27 Musiker im Blasorchester aktiv. Ein Stand, der sich in den letzten 30 Jahren mehr oder weniger konstant gehalten hat. Derzeit kann man auf 23 aktive Musiker zurückgreifen.

Bereits im ersten Jahr gab die neue Formation zum traditionellen Frühschoppenkonzert unter Leitung von Howard J. Steinbeck ihr Bestes. In den folgenden Jahren folgten zahlreiche Konzerte: Besonders die Auftritte in der Partnergemeinde St. Ulrich am Pillersee und der Auftritt beim Hessentag in Korbach im Mai 2018 sind vielen noch in guter Erinnerung. Auch beim Ochsenfest in Wetzlar war das Blasorchester zu Gast. Immer unterhielt das Ensemble mit einer bunten Mischung aus allen musikalischen Sparten, welche die Blasmusik hergibt, seien es Märsche, Schlager, Filmmusik, Musical, Walzer oder Polka.

Suche nach neuem Dirigenten

Die Geschichte des Blasorchesters ist jedoch von häufigen Dirigentenwechseln geprägt: Insgesamt acht hatten den Taktstock in den 30 Jahren in der Hand. Alexander Fischer, der von 1996 bis 2008 dirigierte, prägte dabei eine Ära. Seit 2016 war Andreas Tröster Dirigent, er trat zum 31. Dezember des letzten Jahres zurück. Das Blasorchester ist also derzeit auf Dirigentensuche.

Das ist auch der Grund dafür, dass man in diesem Jahr etwas kürzer treten wird: Fest steht bislang nur, dass man am 11. Juni das traditionelle Frühschoppenkonzert auf dem vereinseigenen Zeltplatz bestreiten will - dieser Auftritt gehört seit den Anfängen des Blasorchesters dazu. Zudem gibt es Ideen für weitere Auftritte in den Sommermonaten, auch wenn man dazu noch nichts weiter sagen kann: "Das liegt eben am Dirigenten", meint Puhl. Zudem wollen sich die Langgönser in den kommenden Jahren vor allem auf die Nachwuchsgewinnung konzentrieren. Das Nachwuchsorchester besteht derzeit aus elf Mitgliedern.

Proben des Blasorchesters sind freitags 19.30 bis 21.30 Uhr im Alten Spritzenhaus (Pinggasse 10 in Lang-Göns), Interessierte sind dazu stets willkommen. Für das Nachwuchsorchester ist Jugendleiter Tobias Hein 01 76/99 28 17 19 Ansprechpartner.

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