Im Jahr 2030 sollen laut Prognosen 100 000 Fahrzeuge täglich über die Talbrücke Lang-Göns rollen. 
+
Im Jahr 2030 sollen laut Prognosen 100 000 Fahrzeuge täglich über die Talbrücke Lang-Göns rollen. 

A45-Ausbau

A45 bei Gießen: Mega-Projekt verzögert sich - Schlechte Nachricht für Anwohner

  • Patrick Dehnhardt
    vonPatrick Dehnhardt
    schließen

Schlechte Nachrichten für die vom Autobahnlärm geplagten Lang-Gönser: Der Ausbau der A 45 und damit der Neubau der Talbrücke verzögert sich. Wann der erste Spatenstich erfolgt, ist unklar.

Langgöns - Verkehrsprognosen gehen davon aus, dass 2030 rund 100 000 Fahrzeuge pro Tag den Autobahnabschnitt zwischen Gießener Südkreuz und Gambacher Kreuz benutzen werden. Für solch eine Belastung ist die vierspurige A 45 zu schmal, ständiger Stau droht. Gleichzeitig gibt es an der in die Jahre gekommenen Talbrücke Lang-Göns keine Lärmschutzwände, was die Bewohner im Ort unterhalb schon seit langer Zeit belastet.

Als im Dezember 2018 die Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil die Pläne für den sechsspurigen Ausbau der A 45 im Lang-Gönser Bürgerhaus präsentierte, wuchs die Hoffnung, dass sich dies in absehbarer Zeit ändern konnte. Nun ist klar: Ein Baubeginn 2021 wird zunehmend unwahrscheinlich.

Dabei sah es eigentlich schon so gut aus: Seit Dezember 2019 lagen die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren beim zuständigen Regierungspräsidium (RP) Gießen. Dann hat sich jedoch die Rechtssprechung geändert: Das Verfahren könne jetzt nur mit "einem Fachbeitrag zum Wasserhaushaltsgesetz beziehungsweise der Wasserrahmenrichtlinie eingeleitet werden". Da dieser vorher nicht gefordert war und daher logischerweise fehlte, schickte das RP die Unterlagen zurück an Hessen Mobil.

"Dieser Fachbeitrag wurde inzwischen von Hessen Mobil an ein Fachbüro vergeben und ist in Bearbeitung", teilte die Pressestelle von Hessen Mobil mit. Erst wenn er vorliegt, kann erneut ein Antrag auf Einleitung des Planfeststellungsverfahrens bei der Anhörungsbehörde des RP gestellt werden. Es bleibt zu hoffen, dass sich bis dahin die Rechtssprechung nicht nochmals ändert. "Ein genauer Termin zur Einleitung des Planfeststellungsverfahrens kann deshalb im Moment noch nicht genannt werden", schreibt die Straßenverkehrsbehörde.

Sollte dieses Verfahren dann eingeleitet werden, wartet als nächster Prüfstein die Offenlegung. Dabei können Stellungnahmen und Einwendungen von Bürgern und Institutionen eingereicht werden. Ob es dadurch zu weiteren Verzögerungen kommt, steht in den Sternen.

Erst wenn das hessische Verkehrsministerium den Planfeststellungsbeschluss verfasst hat, könne die eigentliche Bauvorbereitung beginnen und die Vergabe des Bauprojekts erfolgen, teilte Hessen Mobil abschließend mit.

Für die Lang-Gönser Bürger bedeutet dies, dass sie noch mindestens fünf Jahre den Autobahnlärm ertragen müssen. Bei der Talbrücke Lang-Göns handelt es sich um ein Zwillingsbauwerk - also zwei nebeneinander stehende Brücken. Während das eine Bauwerk abgerissen und neu errichtet wird, soll der komplette Verkehr über die andere Brücke laufen.

Da die Brücke in Fahrtrichtung Südkreuz zu schmal für vier Spuren ist, muss sie zuerst durch einen Neubau ersetzt werden. Erst danach kann die Lang-Göns zugewandte Brücke neu gebaut werden: Zum Abschluss der Arbeiten soll dann die Lärmschutzwand montiert werden. Derzeit geht man von einer Bauzeit von zwei Jahren pro Brückenzwilling aus.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare