Gemeinsam schmeckt es besser

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  • Patrick Dehnhardt
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Ein Duft von Meerrettich liegt in der Luft, vermischt sich mit dem von Kartoffeln und Tafelspitz. Ehrenamtliche Helfer tragen die Teller zu den Tischen, servieren mit freundlichen Worten und einen Lächeln das Mittagessen. Die Senioren lächeln zurück, freuen sich vor allem über die Gesellschaft. Das Projekt "Gemeinsam schmeckt’s am besten" feierte nun in Oberkleen und Lang-Göns Premiere.

Ein Duft von Meerrettich liegt in der Luft, vermischt sich mit dem von Kartoffeln und Tafelspitz. Ehrenamtliche Helfer tragen die Teller zu den Tischen, servieren mit freundlichen Worten und einen Lächeln das Mittagessen. Die Senioren lächeln zurück, freuen sich vor allem über die Gesellschaft. Das Projekt "Gemeinsam schmeckt’s am besten" feierte nun in Oberkleen und Lang-Göns Premiere.

Elke Böckler ist begeistert. Die Seniorenberaterin und Projektbetreuerin hätte mit solch einem Ansturm nie gerechnet. 44 Senioren haben sich für das Mittagessen in Oberkleen angemeldet. "Das war eine Herzensangelegenheit von mir", sagt sie. Dass diese nun auf so eine gute Resonanz stößt, freut sie und das Helferteam enorm.

Der Gedanke hinter "Gemeinsam schmeckt’s am besten" ist einfach: Menschen beim Essen zusammenbringen. Einige der Besucher leben allein. Sie freuen sich, mit Nachbarn, Freunden und ehemaligen Schulkameraden sich vor, während und nach dem Essen unterhalten zu können. Doch auch wer einen Partner sowie Freunde und Familie hat, die regelmäßig zu Besuch kommen, findet an der Abwechslung Gefallen.

Das bestätigt auch Herta Riemenschneider: "Das Essen ist nicht so wichtig, sondern die Gesellschaft", sagt die 90-Jährige. Als sie von dem Angebot hörte, sagte sie sofort: "Da sind wir dabei." Eine ihrer Sitznachbarinnen ergänzt: "Sonst wären wir heute Mittag nicht fortgekommen." Die älteste Besucherin in Oberkleen ist die 97-jährige Erna Stahl. "Ich bin gerne unter Leuten", sagt sie.

Seniorenberaterin Böckler betreut das Projekt, das von der Arbeiterwohlfahrt, der Fernsehlotterie und der Gemeinde unterstützt wird. Das Essen liefert ein Caterer, ehrenamtliche Helfer servieren die Speisen. In Oberkleen steht ihr Günter Stöhr zur Seite und nimmt die Anmeldungen entgegen. Große Werbung brauchte er eigentlich nicht machen: "Wir haben es einmal beim VdK, dem Seniorenclub und in der Presse vorgestellt." Danach war bereits eine große Nachfrage, "sogar zwei Gutscheine sind rausgegangen".

Hans Ulrich Theiss vom Seniorenbeirat ist sich sicher: "Das ist ein Projekt, das anscheinend eine Lücke füllt." Seit 2015 habe das Gremium um das Projekt gekämpft. "Die meisten können zwar noch selbst kochen. Aber so kommen sie aus ihren vier Wänden heraus."

Auch in Lang-Göns nutzten am Donnerstag knapp 30 Senioren das Angebot. Hier wurde das Essen im evangelischen Kirchzentrum serviert. Gulasch mit Knödeln stand auf der Speisekarte.

Nach Lang-Göns und Oberkleen soll es das Angebot ab Februar auch in Espa geben, Niederkleen will im April oder Mai dazustoßen. Man habe sich bewusst dafür entschieden, nicht alle Senioren aus der Großgemeinde an einen Ort zu fahren, sondern die Mittagessen jeweils in den Ortsteilen anzubieten, erklärt Theiss. "Es fördert die Dorfgemeinschaft. Außerdem kennen sich so die Leute und können sich austauschen."

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