Gemeinde fördert Starkregenschutz

  • Patrick Dehnhardt
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Langgöns(pad). Nach dem Unwetter im Kleebachtal hat die Gemeinde Langgöns einen Hilfsfonds für die Starkregenopfer auf den Weg gebracht. Gleichzeitig will sie die Bürger bei Schutzmaßnahmen mit einem Förderprogramm unterstützen.

Haupt- und Finanzausschussvorsitzender Jürgen Knorz sagte, dass die Bewohner wohl in Zukunft Schwierigkeiten haben würden, eine Versicherung zu finden: "Wer direkter Anleger des Kleebach ist, braucht sich um eine Elementarversicherung nicht mehr bemühen." Er befürchtet, dass sich in Dornholzhausen die Gebiete erweitern werden, bei denen sich die Versicherung streubt. Daher will die Gemeinde die Bewohner nun bei der direkten Vorsorge unterstützen. Es gebe verschiedene Möglichkeiten, ein Gebäude zu schützen, sagte Reusch. Rückschlagklappen im Kanal spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle. "Das Wasser dringt in der Regel über die Fenster und Lichtschächte ein." Um dies zu verhindern, könne man im Garten Gräben oder Wälle anlegen, die das Wasser vom Gebäude weg leiten. Zum anderen könnten Kellerfenster mit Alu-Elementen gesichert werden, die im Ernstfall vor die Fenster geschoben werden.

Klimaschutzmanagerin Susanne Müller gab die Empfehlung des Hochwasserschutzzentrums in Köln weiter, dass Nachbarschaften nach Möglichkeit auf dieselben Systeme setzen sollten. Zudem sollten Nachbarn wissen, wo die Sicherungsplatten gelagert werden. So könnten diese im Ernstfall schnell angebracht werden, falls die Bewohner gerade nicht zu Hause seien.

Bürgermeister Marius Reusch stellte einen Entwurf für das Förderprogramm vor. Pro Jahr sollen 50 000 Euro im Haushalt eingestellt werden. Bürger erhalten bis zu 50 Prozent der Kosten, jedoch maximal 2000 Euro. Dornholzhausener Bürger sahen diesen Betrag als zu gering an. Sie berichteten, dass die ersten Angebote von Fachfirmen bei rund 9000 Euro pro Haus lägen.

Hans Dern (Grüne) regte an, sobald die Starkregen-Gefahrenkarte vorliege, sich die besonders gefährdeten Stellen anzuschauen und dort eine höhere Förderung zu gewähren.

Prioritätenliste

Reusch sagte, dass, wenn man die maximale Fördersumme auf 4000 bis 5000 Euro anhebe, dieses Jahr nur rund zehn Gebäude gesichert werden könnten. Für diesen Fall solle man eine Prioritätenliste erstellen. Die Gebäude, die vom Unwetter betroffen waren, sollten dabei ganz oben stehen, da dort die Gefahrenlage bereits bewiesen sei. Bei anderen Gebäuden könne das Vorliegen der Starkregen-Gefahrenkarte abgewartet werden.

Wilhelm Simon (SPD) machte sich Sorgen, dass die Gemeinde pro Jahr 50 000 Euro im Haushalt einplanen müsse. "Wo nehmen wir das Geld her?" Reusch sagte dazu, dass das Programm irgendwann automatisch weniger nachgefragt werde. Als Beispiel führte er die aus den 1980er Jahren stammende Förderung von Hoftoren an. "Da wird seit Jahren nichts mehr abgerufen."

Der Haupt- und Finanzausschuss fasste den Grundsatzbeschluss für das Förderprogramm. Bei der nächsten Sitzung sollen die Förderkriterien vorgestellt werden.

Reusch sagte, dass zudem bei der Flurneuordnung rund um Dornholzhausen in den nächsten Jahren mehr Platz für den Strauchbach geschaffen werden soll.

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