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Die geehrten Mitglieder mit Pfarrer Dr. Bernhard Falck (sitzend) und Vereinsvorsitzendem Peter Jurenda (2. v. l.).

Gedenken an die verlorene Heimat

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Langgöns (con). 1954 - neun Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges - brachen 20 Bahntransporte aus dem nordmährischen Bärn und dessen Umgebung auf. Darin waren jeweils 1200 Menschen deutscher Abstammung, die nach Kriegsende aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Ein ganzer Landstrich wurde damit quasi entvölkert - denn der Kreis Bärn war schon immer ein Zuhause deutscher Einwohner in Mähren. Über 90 Prozent betrug der Anteil der Deutschen an der dortigen Bevölkerung.

Viele von ihnen fanden in Mittelhessen rund um Gießen eine neue Heimat - die alte wurde aber niemals vergessen. Seit 1962 findet deshalb einmal im Jahr das Heimattreffen des Heimatkreises Bärn im Bürgerhaus Lang-Göns statt - es gab nur eine einzige Unterbrechung, als das Bürgerhaus renoviert wurde. Am Wochenende fanden sich wieder viele ehemaliger Bärner Einwohner bzw. deren Nachkommen in Langgöns ein, auch wenn die Temperaturen für viele der betagten Mitglieder des Heimatkreises eine Anreise unmöglich machten. Nach der Jahreshauptversammlung am Samstag stand am Sonntag der eigentliche Festtag bevor. Nach dem gemeinsamen Gottesdienst mit Pfarrer Dr. Bernhard Falck gab es dann noch viel Zeit für Gespräche. Eine komplette Wand des Bürgerhauses war einer Ausstellung mit Bildern aus der alten Heimat gewidmet.

Ausstellung im Bürgerhaus

Doch je mehr Jahre vergehen, desto weniger Menschen erinnern oder interessieren sich noch für ihre Herkunft. Das betrifft auch den Heimatkreis. "Natürlich beschäftigt uns der demografische Faktor", erklärte Vorsitzender Peter Jurunda. Deshalb ist auch die Zukunft der Heimatstube im Bürgerhaus Lang-Göns Thema der Vorstandssitzungen: Die hier ausgestellten Exponate sollen nach dem Ende des Vereins in gute Hände übergehen. Auch wenn man sich mit dem Thema auseinandersetzt, bedeutet das noch lange nicht, dass man ans Aufhören denkt: "Wir machen weiter, so lange sich noch Menschen für ihre Heimat interessieren", sagte Jurenda, und: "Die Beziehung und das Gedenken an ihre Heimat ist für viele unserer Mitglieder sehr wichtig. Der Heimatgedanke hat für uns nichts mit den Ewiggestrigen zu tun - es geht uns einfach nur um die Erinnerung an unsere Herkunft".

Vereinsvorsitzender Jurenda ehrte Brigitte Holik-Zeiser, Gerlinde Röhm, Hans Jordan, Theresia Herniche, Rudolf Kretschmer, Christel Schönweitz und Gabriele Stanzel für langjährige Mitgliedschaft und deren Mithilfe im Vereinsvorstand.

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