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Die "Wilden Eselchen" präsentieren ihren Gardetanz. Mit spitzer Zunge steigt Waltraud Kraffert in die Bütt (kleines Foto).

Von Gardetanz und "Flinten-Uschi"

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Langgöns(pad). Am Donnerstag ist Weiberfastnacht - doch bereits einen Tag zuvor gibt es in der Gemeinde Langgöns einen fast genauso wichtigen Tag: den Seniorenfasching im Bürgerhaus Dornholzhausen. Mit einem humorvollen und vor allen Dingen musikalischen Programm wurde dabei am Mittwoch gefeiert.

Wie bedeutsam dieser Termin ist, zeigte die Tatsache, dass nicht nur aus allen Langgönser Ortsteilen, sondern sogar aus der Partnergemeinde St. Ulrich Besucher angereist waren. Und das dürfte wohl nicht nur am Auftritt der "Nightbirds" Kerstin Fink und Volker Busch oder an den mit Apfel gefüllten Kreppeln gelegen haben.

Klöckner als "Miss Ernte"

Als der Elferrat begleitet von der Mini-Garde "Die wilden Eselchen" einmarschierte, erhoben sich vor Vorfreude alle Anwesenden im Saal. Doch bevor das Programm starten konnte, gab es erst ein mathematisches Problem: Für den Elferrat standen nur zehn Stühle bereit. Das wurde von den Bühnenhelfern schnell gelöst. "Setzt euch hin und seit schön still, weil die Minigarde tanzen will", kündigte Sitzungspräsident Dr. Frank Schneider an.

Die Mini-Garde legte sich richtig ins Zeug, schlug Räder und zeigte eindrucksvoll, wofür die Mädchen so viel üben. Dass danach Musiker Busch "Oh wie ist das schön" anstimmte, passte auch zu den Zugaberufen der Zuschauer.

Nun stieg die Protokollerin Waltraud Kraffert in die Bütt - "ein Urgestein", kündigte Präsident Schneider an. Und tatsächlich ging Kraffert in die Vollen, ließ eine politisch feinsinnige Büttenrede vom Stapel: "Flinten-Uschis Laientheater machte zu, raus aus der Uniform, hin zur EU. Berater haben da sicher auch gute Karten, man weiß es nicht, man muss da noch warten." Die Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner habe sich mittlerweile den Titel "Miss Ernte" verdient.

Scheuers Ablehnung des Tempolimits auf Autobahnen bekam auch ihr Fett weg. "Andy, dieser Vogel singt: ›Tempolimit uns nix bringt. Kein Tempolimit hier für unsereins. Bedenkt, Nordkorea hat auch keins‹." Jedoch machte Kraffert auch aus, wofür so ein Scheuer gut aus: "Für die Politik sind wichtig solche Knaben, man muss immer einen Buhmann haben."

Jedoch fragte sich die Protokollerin spätestens bei der Mehrwertsteuer, ob da in Berlin nicht ein paar Schoppen zuviel getrunken würden: "Nahrung für ein Baby sind 19 Prozent, während ein Hund mit sieben herumrennt." In Richtung einer Boom-Partei rief sie: "AfD hört her - wir wollen kein Nazi-Deutschland mehr." Dafür gab es von den Senioren viel Beifall.

Aus dem Dorfgeschehen berichtete sie vom NABU, der beim Festzug zu 100 Jahre TV Dornholzhausen mit einem Traktor mitfuhr. Das störte manche wegen der CO2-Bilanz: "Nächstes Mal geht’s mit dem Esel."

Für Stimmung sorgte zudem das Tanzmariechen Vanessa Rannow vom Carnevals-Club Dornholzhausen, das ebenso wie die "Isi Boots" des TSV Oberkleen ihre tänzerischen Fähigkeiten eindrucksvoll bewies. In die Bütt traten zudem Rosemarie Schimpf und Fabienne Weber. Die Gießener Fastnachtsvereinigung schaute vorbei und schickte ihre Garde auf die Bühne. FOTOS: PAD

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