Firma verschwindet in den Iran

  • VonPatrick Dehnhardt
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Langgöns (pad). Der Finanzbericht der Gemeinde Langgöns zum ersten Halbjahr 2021 sieht positiv aus. Verwaltungsfachwirt Mark Zimmermann gab im Haupt- und Finanzausschuss eine Übersicht über die Einnahmen und Ausgaben. Er geht bei derzeitigem Stand von einer leichten Verbesserung gegenüber den im Haushalt 2021 angesetzten Planwerten aus.

Mehr Holz vermarktet

Anja Asmussen (SPD) fragte nach, warum bislang nur knapp neun Prozent der für die Straßenunterhaltung angesetzten Mittel ausgegeben worden seien. Bürgermeister Marius Reusch sagte, dass die Ausbesserung von Straßenschäden im Laufe des Jahres beauftragt und vor allen Dingen im Herbst ausgeführt würde, daher würde das Geld vor allen Dingen im zweiten Halbjahr ausgegeben. Der Topf werde aber ausgeschöpft.

Im Forst komme es zwar zu höheren Einnahmen, da aufgrund von Waldschäden mehr eingeschlagen werden müsse. Dafür würden jedoch auch mehr Kosten anfallen. Da der Holzpreis derzeit gut sei, ließe sich auch das Schadholz gut vermarkten, erklärte Reusch.

Asmussen fragte nach, was hinter einer Summe von 600 000 Euro im Bereich der Gewerbesteuer stünde, die eine »derzeit nicht auffindbare Firma« zu zahlen habe. Dahinter steckt eine kuriose Geschichte, wie im Ausschuss bekannt wurde: Eine Firma war in Langgöns gemeldet, gab dort auch eine Steuererklärung ab. Das Finanzamt setzte daraufhin als Steuervorauszahlungen für 2017 bis 2019 rund 600 000 Euro in Summe an. Doch die Firma wanderte in den Iran ab. Daher sei mit der Zahlung des Geldes wohl nicht mehr zu rechnen.

Bei der Hundesteuer erzielte Langgöns bereits jetzt 5000 Euro mehr als im Haushalt 2021 geplant.

Aus dem kommunalen Finanzausgleich konnte sich die Gemeinde über mehr Geld als im Vergleichszeitraum des Vorjahres freuen. Im zweiten Quartal flossen 1,66 Millionen Euro aus der Einkommenssteuer, 115 000 Euro aus dem Familienausgleich und 188 000 Euro aus der Umsatzsteuer nach Langgöns. An Gewerbesteuer- und Heimatumlage muss Langgöns 120 000 Euro berappen.

Das Amts- und Mitteilungsblatt der Gemeinde Langgöns könnte in Zukunft acht mal pro Jahr kostenfrei an alle Haushalte verteilt werden, ohne dass dadurch der Kommune zusätzliche Kosten entstehen. Gemeinde und Verlag führten dazu entsprechende Gespräche.

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