Einen Tag nach dem Vorfall in Dornholzhausen bedecken noch immer Schaumspuren der Verunreinigung den Kleebach. FOTO: PM
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Einen Tag nach dem Vorfall in Dornholzhausen bedecken noch immer Schaumspuren der Verunreinigung den Kleebach. FOTO: PM

Sickergrube

Fäkalien in den Kleebach geleitet - Geldbuße bis 100 000 Euro möglich

  • vonStefan Schaal
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Aus einer alten Sickergrube sind Fäkalien in den Kleebach gelangt. Nun hat sich die Untere Wasserbehörde eingeschaltet. Die Strafe könnte drastisch ausfallen.

Der Langgönser, aus dessen Grundstück in Dornholzhausen vor wenigen Tagen erhebliche Mengen von Abwasser und Fäkalien in den Kleebach gelangt sind, muss mit einer hohen Geldbuße rechnen. Nach bisherigen Erkenntnissen liegt eine Ordnungswidrigkeit vor, die laut Unterer Wasserbehörde mit bis zu 100 000 Euro geahndet werden kann.

"Gegebenenfalls ist auch ein Straftatbestand gegeben, der über die Staatsanwaltschaft verfolgt wird", erklärt ein Sprecher des Landkreises. Die Untere Wasser- und Bodenschutzbehörde des Kreises war über den Vorfall in Dornholzhausen bis zur Anfrage dieser Zeitung nicht informiert gewesen. Aufgrund der Anfrage habe man nun Kontakt mit der Gemeinde Langgöns aufgenommen.

Auch eine in Pohlheim ansässige Kanalreinigungsfirma war an dem Vorfall beteiligt. "Das ist beim Ausspülen eines Kanalanschlusses passiert", erklärte eine Mitarbeiterin. Das Unternehmen muss sich ebenfalls auf eine Geldbuße gefasst machen. Die Gemeinde Langgöns wirft der Firma und dem Grundstückseigentümer unter anderem vor, nicht sofort die Arbeiten an der Leitung eingestellt zu haben, nachdem ein Nachbar sie auf die Verunreinigung des Kleebachs hingewiesen hatte.

Sickergruben wie auch Abwassersammelgruben mit Überlauf in ein Fließgewässer stellen unterdessen keine ordnungsgemäße Abwasserbeseitigung dar, betont der Kreissprecher. Dass noch einzelne alte Anlagen existieren, sei nicht gänzlich auszuschließen. "Sofern entsprechende Anlagen bekannt werden, wird deren Stilllegung unmittelbar veranlasst."

Einige Hundert Gruben im Kreis

Nach derzeitigem Sachstand sei für den Landkreis von einigen Hundert Abwassersammelgruben auszugehen. Seitens des Fachdienstes Wasser- und Bodenschutz läuft derzeit im Kreisgebiet eine umfassende Überprüfung, wo Abwassersammelgruben und Kleinkläranlagen vorhanden sind. Die Zahl der Fälle von Gewässerverunreinigungen pro Jahr liegt indes laut Kreissprecher deutlich im zweistelligen Bereich. "Sie haben ihre Ursache nicht nur im Bereich der illegalen oder unsachgemäßen Abwassereinleitung, sondern auch in den Bereichen Lagerung und Umgang mit wassergefährdenden Stoffen und Verkehrsunfälle mit Freisetzung von Transport- und Betriebsmitteln.

Vorfälle, bei denen Abwasser aus Sicker- oder Sammelgruben in Bäche, Seen oder Flüsse gelangen, liegen im Kreis "im unteren einstelligen Bereich".

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