sued_Feldhamsteraufzucht_4c
+
Umweltministerin Priska Hinz mag Feldhamster.

Eine Patenschaft für die Ministerin

  • VonConstantin Hoppe
    schließen

Langgöns (con). Nur noch an wenigen Stellen in Deutschland haben die stark bedrohten Feldhamster soviel Platz und so gute Lebensbedingungen wie in Langgöns. Die Gemeinde gilt somit als »Feldhamsterland«. Das spielt der hiesigen Feldhamsteraufzuchtsstation in die Hände, deren Ziel es ist, die Population der Feldhamster zu stabilisieren und die genetische Vielfalt der Art insgesamt zu verbessern.

Und die ersten Nachzuchtversuche zeigen bereits Erfolge: Vor acht Wochen kam der erste Wurf junger Feldhamster in einem alten und umgebauten Schweinestall zur Welt.

Jetzt besuchte die hessische Umweltministerin Priska Hinz die Aufzuchtstation und überbrachte einen Förderbescheid über 75 000 Euro des Landes an die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON), die die Aufzuchtstation führt. »Der Feldhamster soll auch in Zukunft ein zu Hause in Hessen haben«, erklärte Hinz. Mit den Fördermitteln für das Projekt »Feldhamsterland« kann nun eine zusätzliche Projektmitarbeiterin finanziert werden, die die Suche nach den letzten Feldhamstern mit Freiwilligen organisiert und die Landwirte bei der feldhamstergerechten Bewirtschaftung ihrer Felder berät.

Gut für die Bodenqualität

Denn Feldhamsterschutz funktioniert nur, wenn man ganz genau weiß, auf welchen Feldern die wenig mobilen Tiere noch vorkommen. Feldhamster können auf vielerlei Weise positiv auf die Umwelt einwirken: Zum einen graben sie bis zu zwei Meter tiefe Gänge und pflügen dabei tiefere Erdschichten geradezu durch, was positiv für die Bodenqualität ist. Zudem sind Feldhamster Bioindikatoren: Ist die Umwelt in der Umgebung der Hamster intakt, geht es auch dem Feldhamster gut und er kann sich gut vermehren. Und nicht zuletzt sind die Feldhamster eine Nahrungsquelle für viele Tiere wie Greifvögel. »Feldhamsterschutz ist gleichzeitig auch der Schutz des Rotmilans - das geht eben Hand in Hand«, erklärte Dr. Tobias Reiners, Vorsitzender der HGON.

Zur Förderbescheidübergabe hatte er eine kleine Überraschung für die Umweltministerin parat: Eine Patenschaft für eine Feldhamsterdame, die das »Feldhamsterland«-Team »Priska« getauft hat.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare