Blick in ein Langgönser Baugebiet. Für die Vergabe von Bauplätzen sollen in der Gemeinde neue Kriterien entwickelt werden. ARCHIVFOTO: JJS
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Blick in ein Langgönser Baugebiet. Für die Vergabe von Bauplätzen sollen in der Gemeinde neue Kriterien entwickelt werden. ARCHIVFOTO: JJS

Ehrenamt bringt Pluspunkte

  • Patrick Dehnhardt
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Langgöns(pad). In Espa ist der Startschuss für das Baugebiet bereits gefallen, in Dornholzhausen ein weiteres in Vorbereitung. Über eine Richtlinie zur Vergabe der Bauplätze in der Gemeinde Langgöns sprach nun der Sozialausschuss.

Weniger Zuzug aus Rhein-Main

Das Ziel ist klar abgesteckt: Vorrangig sollen Langgönser Bürger einen Bauplatz erhalten, die bislang noch kein Eigenheim besitzen. "Wir wollen nicht unbedingt den Zuzug aus dem Rhein-Main-Gebiet ermöglichen", sagte Bürgermeister Marius Reusch. Gleichzeitig will man jahrzehntelang existierende Baulücken verhindern.

Um dieses Ziel mit einem rechtlichen Verfahren zu untermauern, soll die Vergabe nach einem Punktesystem erfolgen, wie es bei anderen Kommunen bereits zum Zuge kommt.

Der Entwurf sieht etwa Pluspunkte dafür vor, wenn man bereits seit mindestens drei Jahren in Langgöns lebt oder die Großeltern in der Gemeinde wohnen - Stichwort Pflege und Betreuung. Kinder werden jeweils nach dem Alter gestaffelt angerechnet, Punkte zudem für im Haushalt lebende schwerbehinderte oder pflegebedürftige Familienmitglieder gutgeschrieben. Auch für den Arbeitsplatz in der Gemeinde gibt es Pluspunkte.

Das Ehrenamt soll sich ebenfalls auszahlen: Pluspunkte gibt es für das Engagement, beispielsweise in der Feuerwehr, dem Rettungsdienst oder der Kirche. Dabei ist es allerdings nicht mit einer Fördermitgliedschaft getan: Das Ehrenamt muss seit über drei Jahren erfüllt werden, zudem einen Zeitaufwand von mindestens 100 Stunden pro Jahr haben.

Minuspunkte gibt es, wenn der Bauwillige oder Familienangehörige, die mit ihm den Neubau beziehen wollen, bereits ein bebautes oder baureifes Grundstück besitzen.

Zudem soll eine Frist gesetzt werden, in der das Grundstück zu bebauen ist: Drei Jahre nach Kauf soll mit dem Bau "nachhaltig" begonnen werden, nach fünf Jahren ein bezugsfertiges Gebäude stehen. Dieses muss der Bauherr auch selbst beziehen und zehn Jahre bewohnen - ansonsten wird ein Grundstücksaufpreis von 50 Prozent fällig. Nur bei nachweislich wichtigen persönlichen Gründen kann eine Abweichung davon bei der Gemeinde beantragt werden.

Grüne, CDU und FDP hatten die Erarbeitung solcher Kriterien für die Bauplatzvergabe beantragt. Nach der Vorstellung des Entwurfs werden nun die Fraktionen darüber beraten, wie die einzelnen Aspekte exakt gewichtet werden sollen und ob das Gesamtwerk als Satzung in der Gemeinde in Kraft treten soll.

Verschoben wurden die Entscheidungen zur Friedhofssatzung und Friedhofsordnung. Zunächst soll eine Ortsbesichtigung in Lang-Göns stattfinden.

Einstimmig wurde empfohlen, die Kindertagesstättensatzung zu ändern. Nun können in allen Kitas Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr aufgenommen werden. Bislang war dies im Dornholzhäuser "Spielbudchen" nicht möglich. Auf eine Streichung der allein in Niederkleen bestehenden längeren Betreuungszeit bis 17.30 Uhr konnte sich hingegen nicht verständigt werden.

Am Rande der Diskussion berichtete Isabell Dern (Grüne), dass es generell nicht verständlich sei, warum in einigen Einrichtungen Kinder über drei Jahren nur einen Ganztagsplatz buchen könnten, in anderen hingegen Halbtagsangebote vorhanden wären. Der Sozialausschuss will diesem Problem nachgehen und für einheitliche Regelungen sorgen.

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