Die drei Kirchen am Kleebach - hier die Niederkleener - gehören nun zur neuen Kirchengemeinde Kleebachtal.
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Die drei Kirchen am Kleebach - hier die Niederkleener - gehören nun zur neuen Kirchengemeinde Kleebachtal.

Kleeblatt am Kleebach

Drei Kirchengemeinden fusionieren: Neue Gemeinde Kleebachtal geboren

  • vonPatrick Dehnhardt
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Die evangelischen Kirchengemeinden Oberkleen, Niederkleen und Dornholzhausen haben sich zur neuen Gemeinde Kleebachtal zusammengeschlossen. Pfarrer ist nun Michael Ruf.

Im Südwesten des Landkreises gibt es seit 1. Januar eine neue Kirchengemeinde: Kleebachtal. Entstanden ist sie aus dem Zusammenschluss von Oberkleen, Niederkleen und Dornholzhausen. Mit Ebersgöns teilt sie sich Pfarrer Michael Ruf.

Die Idee für eine Fusion ist nicht neu. So wurde bereits vor Jahren über einer Zusammenlegung von Oberkleen, Niederkleen, Dornholzhausen und Ebersgöns mit Hochelheim und Hörnsheim diskutiert. Die Kirchengemeinde über drei Landkreise hinweg kam dann jedoch nicht zustande, da die Hüttenberger sich zurückzogen.

Dass die Fusion jetzt stattfindet, hat einen pragmatischen Grund: Pfarrer Reiner Wagner, der für Niederkleen und Dornholzhausen zuständig war, ist vor rund einem halben Jahr in Ruhestand gegangen. Statt nun als Nachfolger einen Pfarrer für eine halbe Stelle zu suchen, fiel der Entschluss, sich zusammen mit Oberkleen und Ebersgöns einen zu teilen. Zudem fusionierten die drei auf Langgönser Seite beteiligten Kirchengemeinden zur neuen Kirchengemeinde Kleebachtal, um Kosten einzusparen und Synergieeffekte zu nutzen. Ebersgöns wollte in diesem Zusammenschluss nicht aufgehen, behält somit ein eigenes Presbyterium.

Die Fusion zu einer Kirchengemeinde bringt den drei Orten langfristige Planungssicherheit: Solch ein Zusammenschluss würde auch bei weiteren Gebietsreformen nicht mehr aufgesprengt werden, sagt Ruf. Zumal Niederkleen und Dornholzhausen in Zukunft rechnerisch nur noch eine halbe Pfarrstelle zugestanden hätte.

Der 61-jährige Pfarrer Ruf betreut nun die 2400 Gläubigen in den vier Orten. In Dornholzhausen und Niederkleen ist er kein Unbekannter. Bereits seit 35 Jahren ist er Pfarrer in Ebersgöns. In dieser Zeit war er als Urlaubs- und Krankheitsvertretung auch am Kleebach im Einsatz, hatte dort bereits viele Gottesdienste und Beerdigungen geleitet. "Jetzt bin ich aber nicht mehr der Ersatzpfarrer, sondern zuständig."

Niederkleen und Dornholzhausen hatten dadurch den Vorteil, dass sie schon im Vorfeld wussten, welcher Pfarrer in Zukunft auf der Kanzel stehen wird.

Mit der Fusion werden auch die Kirchenvorstände zusammengelegt. Aus Oberkleen und Niederkleen werden jeweils drei Vertreter Plätze im neuen Presbyterium einnehmen, aus Dornholzhausen sieben. "Ein Gremium, ein Haushalt, ein Siegel und eine Verantwortung für alle Gebäude in den drei Orten", verdeutlichtet Ruf.

Zusammen mit Ebersgöns wird man zudem in Zukunft in pfarramtlicher Verbindung einen gemeinsamen Gemeindebrief herausbringen. Damit sollen Kosten gespart und Synergieeffekte genutzt werden, sagt Ruf.

Da sich ein Pfarrer nicht vierteilen kann, wurde die Zahl der Gottesdienste ausgedünnt: An einem Sonntag finden sie in Ebersgöns und Niederkleen, am folgenden Sonntag in Oberkleen und Dornholzhausen statt - sobald die Pandemielage dies wieder zulässt. An Festtagen, etwa dem Totensonntag, sind in allen vier Kirchen Gottesdienste vorgesehen.

Auch die Konfirmanden aus den Orten werden nun gemeinsam betreut. "In der aktuellen Gruppe sind es 14, die nächste wird wohl 20 haben", sagt Ruf. Das sei machbar und bringe nur wenig Mehrarbeit mit sich. Die Zahl der Amtshandlungen, etwa Beerdigungen, verdoppele sich hingegen durch die Fusion.

Zudem haben sich die Kirchenvorstände darauf verständigt, dass es Geburtstagsbesuche nun erst ab 80 Jahren geben soll. "Sonst schafft man es nicht in vier Dörfern", sagt Ruf. Derzeit seien diese aufgrund der Pandemie sowieso nicht möglich, bleiben nur ein Anruf oder ein Brief, um den Jubilaren zu gratulieren.

Die Fusion sei gut gestartet. "Es existiert eine positive Grundeinstellung bei den Beteiligten." Bedauerlich sei jedoch, dass es aufgrund der Pandemielage kein "großes Hochzeitsfest" zum Zusammenschluss der drei Orte zu einer Kirchengemeinde geben konnte. Das Logo der neuen Gemeinde ist übrigens passenderweise ein vierblättriges Kleeblatt, auf dessen vier Armen die Kirchen der vier Orte dargestellt sind.

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