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Der Gesangverein Liederkranz sorgte bei Neujahrsempfang und akademischem Abend für den guten Ton.

Dornholzhausen beginnt 1200-Jahr-Feierlichkeiten

Langgöns (age). Man habe sich richtig was vorgenommen in diesem Jahr, sagte Moderator Rolf Viehmann am Samstagabend zu Beginn des Neujahrsempfangs der Gemeinde im nahezu vollbesetzten Dornholzhäuser Dorfgemeinschaftshaus.

Das sei aber nur möglich, weil im Ort eine starke Vereinsgemeinschaft bestehe. Man wolle im Laufe des Jahres das Besondere des vor 1200 Jahren erstmals urkundliche erwähnten Dorfes zeigen und die Menschen spüren lassen, was das Dorf ausmache. Alle Bürger der Großgemeinde und der Region seien dazu eingeladen. Dann möge jeder als Ausdruck der Verbundenheit sagen können – so wie er: "Ich bin ein Dornholzhäuser".

Bürgermeister Horst Röhrig wünschte allen Beteiligten einen guten Verlauf des Jubiläumsjahres. Er dankte dem Organisationteam um Petra Führer, Michael Becker und Markus Greb sowie den übrigen rund 40 ehrenamtlich Tätigen für deren Engagement. Anschließend ehrte er verdiente Bürger aus den Ortsteilen (siehe untenstehenden Bericht).

Begrüßt hatte Röhrig unter den rund 250 Gästen auch Innenminister Peter Beuth. Der war gekommen, um die Freiherr-vom-Stein-Plakette zu verleihen. Damit wolle man diejenigen ehren, die ein solches Jubiläum feiern. Die Gemeinden seien schließlich das Fundament der Gesellschaft, die kommunale Selbstverwaltung etwas Besonderes. Die Ehrenamtlichen täten mehr als andere, mit großer Leidenschaft setzten sie sich für das Wohl der Gemeinschaft ein.

Die Freiheitsrechte seien unabdingbare Voraussetzung für die Gesellschaft. Dieser Werte sollte man sich bewusst sein – im kleinen wie im großen.

Landrätin Anita Schneider stellte fest, dass die "Esel" – so werden die Dornholzhäuser geutzt – die Weichen für das Fest gestellt hätten. Das Organisationteam und die Ausschüsse hätten im Vorfeld viel geleistet. Sie wünschte ihnen als Lohn ihrer Bemühungen, dass viele Besucher im Laufe des Jahres nach Dornholzhausen kommen. Das große Engagement zeuge auch von einer funktionierenden Dorfgemeinschaft. Das trage zur Identifikation mit dem Heimatort bei. "Wir leben hier gerne in unserem Dorf" sei die Überschrift des Jubiläums. Die Ortsvereine seien das tragende Element. Neben dieser "weichen" Infrastruktur" funktioniere auch die "harte". Am heutigen Montag etwa werde die Entscheidung über die Vergabe zum Ausbau des schnellen Internets fallen. "Dieses Jubiläumsgeschenk wird fertig", versprach der Bürgermeister aus dem Zuhörerraum heraus.

Martin Hanika als Vorsitzender der Gemeindevertretung zitierte Alexander von Humboldt. Die Verbindungen mit Menschen seien es, die dem Leben einen Wert geben. Das treffe auch auf Dornholzhausen zu. Bei den Feierlichkeiten im August würden wohl alle "Esel" sein. – Moderator Viehmann nahm den Ball auf und erinnerte daran, was die Handballer stets gesungen hätten, wenn sie mit "I-A" empfangen worden seien. Da stimmte der Saal spontan die Dorfhymne an: "Ein kleines graues Eselchen, das wackelt durch die Welt". Spätestens da war klar, "Esel" ist kein Schimpfwort und die Dornholzhäuser sind selbstbewusst.

Das hängt auch mit der Geschichte und den Geschichten des Orts zusammen. Die sind druckfrisch in einer Chronik erschienen, die Rainer Schwarz, Präsident der IHK Gießen/Friedberg, Vorstandsvorsitzender der OVAG – und aufgewachsen in Dornholzhausen – vorstellte. Die Unternehmensgruppe habe die Herstellung gerne unterstützt.

"Wir werden ein wunderbares Fest feiern", sagte Petra Führer am Ende des Neujahrsempfang. Damit brachte die federführende Organisatorin auf den Punkt, was zuvor auf der Bühne schon zu sehen war. Denn Vereine hatten die einzelnen Wortbeiträge mit einem gelungenen Programm aufgelockert. Vom Gesangverein Liederkranz sangen der Männerchor als auch der gemischte Chor unter der Leitung von Dieter Schäfer . Die Kindergarde des Carnevals-Clubs machte deutlich, dass der Höhepunkt der Fastnacht unmittelbar bevorsteht.

Doch damit war das erste Fest noch nicht vorbei. Im Gegenteil. Es schloss sich ein akademischer Abend an, in dem zunächst der dritte Chor des Liederkranzes – die Donkeys – auftraten. Neben den geplanten drei Lidern kamen sie um eine Zugabe nicht herum. "Häi is es schiee" sangen die 39 Stimmen in einer mundartlichen Variante des bekannten Songs "Oh happy day". Einen schönen Auftritt legte auch Funkenmariechen Vanessa Rannow hin.

Friedhelm Straßheim war es vorbehalten, die Utznamenkenntnisse des Publikums zu erforschen, Hans-Ludwig Spieß erklärte in Versform, woher der Dornholzhäuser Utzname kommt und Andrea Jung-Mack ging auf einzelne Kapitel der Dorfchronik näher ein. Die Feuerwehr schließlich zeigte ihre Einsatzbereitschaft mit einer nicht ganz ernstgemeinten Übung. Sehr zur Freude des Publikums. Anschließend spielte Charlys Gaudi-Express auf.

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