Heidi Kanze liest den Wasserzähler mit dem Smartphone ab.
+
Heidi Kanze liest den Wasserzähler mit dem Smartphone ab.

"Digitalisierung im Kleinen"

  • vonred Redaktion
    schließen

Langgöns (las). Die Gemeinde Langgöns digitalisiert das Ablesen von Wasserzählern. Die Ableser werden zukünftig mit einem Smartphone arbeiten, in das sie die Werte eintragen und das die Daten an die Gemeindewerke übermittelt.

Bisher schrieben die Ableser die Daten handschriftlich auf, später trugen Verwaltungsmitarbeiter diese manuell ins Abrechnungssystem ein. Bei einem Zahlenfehler mussten die Ableser erneut losfahren und den Zählerstand noch einmal überprüfen.

Das ist jetzt anders. Wenn die Daten eingetragen wurden, führt die Ablesesoftware auf dem Smartphone eine Plausibilitätsprüfung durch. Es gibt zum Beispiel einen Maximalwert, der berücksichtigt wird, erklärte die kaufmännische Betriebsleiterin der Gemeindewerke, Sabrina Becker. Ist die Prüfung negativ, machen die Ableser ein Foto vom Zählerstand, das später analysiert wird. Die Daten werden automatisch übermittelt.

Bürgermeister Marius Reusch bezeichnete die Umstellung als "kleinen Meilenstein". So sieht "Digitalisierung im Kleinen" aus, meinte er. Es gehe dabei vor allem darum, den Arbeitsablauf zu vereinfachen. "Der Fortschritt ist, dass die Arbeit effizienter gestaltet ist", sagte er.

Es handele sich beim digitalen Ablesen um einen "goldenen Mittelweg", berichtete Reusch. Ein Schritt weiter in Richtung Digitalisierung würde bedeuten, digitale Wasserzähler einzuführen. "Dafür haben wir uns bewusst nicht entschieden", sagte Becker. Denn die digitalen Zähler seien sehr teuer und ihre Leistung für den Preis noch nicht gut genug.

Die Gemeinde arbeitet beim Projekt eng mit dem Unternehmen Ifi GmbH aus Offenbach zusammen. Die Gemeindemitarbeiter werden von der Firma betreut und in das Verfahren eingewiesen. Eine andere Neuigkeit sind Ausweise mit Lichtbild, mit denen die Mitarbeiter von Trickbetrügern unterschieden werden können.

Vertrag läuft zunächst drei Jahre

Langgöns hat mit Ifi einen Dreijahresvertrag abgeschlossen, in dem der Preis für Software, Hardware, digitale Aufbereitung und Personal inbegriffen sind. Die Kosten für ein Jahr betragen 1000 Euro. Dazu kommen noch Beträge für abgelesene Wasserzähler, die nicht fix sind. Die Kosten steigen mit der digitalen Methode leicht an, sagte der Bürgermeister. Im Endeffekt werde die Gemeinde aber keine Mehrkosten haben: Durch die Vereinfachung werden an anderen Stellen Kosten eingespart, etwa in der Datenbearbeitung.

"Für die Bürger ändert sich nichts", sagte der Rathauschef. Die Mitarbeiter werden wie gehabt zu den Bürgern nach Hause kommen, um den Stand der Wasserzähler abzulesen. Die Bewohner können den Wasserstand auch selbst über eine Ablesekarte per Post, telefonisch oder per E-Mail melden. Diese Möglichkeit wird eher vereinzelt genutzt, berichtete der technische Betriebsleiter der Gemeindewerke Maik Schmidt. Aber, fügte der Bürgermeister hinzu, "alles, was von den Bürgern selbst kommt, ist gerne gesehen".

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare