Der Mischplatz in Niederkleen. FOTO: CON
+
Der Mischplatz in Niederkleen. FOTO: CON

Aus dieser Geschichte sollen alle lernen

  • vonConstantin Hoppe
    schließen

Langgöns(con). Das Verfahren um die Vergabe des Bebauungsauftrags für den sogenannten "Mischplatz" in Niederkleen hat in den vergangenen Wochen für schlechte Stimmung gesorgt. Am Donnerstagabend stand in der Gemeindevertretung nun die Entscheidung an, welches der beiden interessierten Unternehmen - die Firma Bork oder die Firma Hildebrand - den Auftrag für die Bebauung des Mischplatzes erhalten solle. Und während der Sitzung wirbelte das Thema nochmals reichlich Staub auf: Denn die vom Bau- und Infrastrukturausschuss und Ortsbeirat in ihrer letzten Sitzung empfohlene Vergabe an die Firma Bork stieß auf einige Kritik.

"Es geht hier nicht um Sympathie oder Antipathie. Es geht einzig um die Verfahrensweise, die es dem einen Unternehmer erlaubt, die Ideen eines anderen Unternehmers zu übernehmen, ja geradezu zu kopieren und der dafür auch noch mit Auftragserteilung belohnt werden soll", erklärte Barbara Fandré (CDU) die Kritik. Hintergrund: In der letzten Sitzung des Bauausschusses hatte die Firma Bork ein gänzlich neues Konzept präsentiert, das große Ähnlichkeiten zu den Vorstellungen des Mitbewerbers aufwies. In einer früheren Sitzung hatten bereits beide Bewerber ihre Konzepte vorgestellten. Dabei stießen die Ausführungen der Firma Bork aber auf deutlich mehr Kritik. "Und so nahmen die Dinge ihren bekannten Lauf und wir stehen mit der Kommunalpolitik in Langgöns da, wo dieses Parlament aufgrund von wirklich guter Arbeit in den vergangenen Jahren eigentlich nicht hingehört: in negativer, aber berechtigter Kritik", führte Fandré weiter aus. Zum Schluss stellte sie den Antrag, den Tagesordnungspunkt erneut zur Beratung in den Bau- und Infrastrukturausschuss zu überweisen.

Künftig anderes Verfahren

"Es hat uns natürlich überrascht, dass ein ganz neues Konzept vorgestellt wurde", erwiderte darauf Jürgen Knorz (CDU). "Aber beide Vorschläge waren letztlich auf Augenhöhe - es gibt gute und sachliche Argumente für den Vorschlag der Firma Bork." Auch Martin Hanika, der Vorsitzende der Gemeindevertretung, sprach sich gegen die geäußerte Kritik aus: "Es gibt überhaupt keinen Ansatz dafür, dem Parlament hier irgendein nicht ordentliches Verfahren zu unterstellen." Auch seitens der SPD und der Freien Wähler gab es Unterstützung für die Entscheidung des Ortsbeirats und des Bau- und Infrastrukturausschuss. "Dass im Nachgang die Arbeit des Ortsbeirats Niederkleen so negativ dargestellt wurde - das ist nicht in Ordnung", erklärte Volker Rühl (SPD). Berechtigte Kritik sahen jedoch alle in dem Verlauf des Verfahrens - dem stimmte auch Bürgermeister Marius Reusch zu: "Ich möchte, dass wir alle aus dieser Geschichte etwas lernen: Entweder die Bewerber sollten nicht an der Präsentation des jeweils anderen teilnehmen oder es sollte nicht die Möglichkeit geben, nachzubessern." Aber auch er steht hinter dem bereits stattgefundenen Prozess: "Es wurde eine gute Lösung gefunden und ich bin mir sicher, dass sich der Ortsbeirat den Prozess nicht zu einfach gemacht hat."

Die Abstimmung fiel wie erwartete aus: Bei 20 Ja-Stimmen, acht Gegenstimmen (CDU/FDP, Bündnis90/Die Grünen) und drei Enthaltungen (CDU/FDP und FW) stimmte das Parlament für den Vorschlag der Firma Bork. Jedoch wurde die Auftragsvergabe durch einen Ergänzungsantrag von CDU/FDP überarbeitet: Demnach soll das vorgestellte Konzept verbindlich umgesetzt werden und auch die Nutzung nachhaltiger Energien bei den neue Gebäuden wurde vorgeschrieben.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare