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Ortstermin im alten Feuerwehrgerätehaus. Rainer Tröpp schlug vor, die Fahrzeughalle als überdachten Treffpunkt zu erhalten.

»Die Orangerie von Lang-Göns«

  • VonPatrick Dehnhardt
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Langgöns (pad). Punkt 16 Uhr sollte der Rundgang starten - und genau zu diesem Zeitpunkt ging ein Wolkenbruch über Lang-Göns nieder. Zum Glück hatte Bürgermeister Marius Reusch die Schlüssel des alten Feuerwehrgerätehauses dabei, sodass die gut drei Dutzend Teilnehmer des Rundgangs zur Dorfentwicklung in der ehemaligen Fahrzeughalle Schutz suchen konnten.

Damit stand man auch direkt im Thema. Denn das Areal rund um das alte Feuerwehrhaus ist einer der Plätze, der im IKEK eine zentrale Rolle für den Kernort spielt.

Nachdem die Gemeinde Langgöns 2020 ins hessische Dorfentwicklungsprogramm aufgenommen wurde, soll nun ein integriertes kommunales Entwicklungskonzept (IKEK) erstellt werden. Dazu fanden bereits erste Online-Gesprächsrunden statt, nun können die Bürger bei den Rundgängen vor Ort ihre Ideen einbringen.

Beim Thema Dorferneuerung denkt man zunächst daran, dass Privatleute mithilfe von Fördergeldern Fachwerkhäuser sanieren. Bürgermeister Marius Reusch musste solche Träume für den Kernort Lang-Göns platzen lassen: Mit 6588 Einwohnern falle man aus den Förderkriterien für private Sanierungen. Jedoch könnten Projekte angegangen werden, die der Lebensqualität vor Ort und damit allen Bürgern zugute kommen.

Bislang fehlt Lang-Göns ein zentraler Treffpunkt. Das Areal rund um das alte Feuerwehrhaus könnte diese Funktion einmal einnehmen. Reusch sagte, dass es Gedanken gebe, das ganze oder Teile des alten Feuerwehrhauses abzureißen. Eine Arbeitsgruppe hatte sich dazu bereits viele Gedanken gemacht und unter anderem vorgeschlagen, die Fläche zusammen mit den Sportplätzen zu einem Sport- und Kulturzentrum zu entwickeln. Dafür würde dieser Abschnitt der Straße »Niederhofen« für den Autoverkehr gesperrt werden. »Der Wunsch ist, eine Fläche für Jung und Alt zu schaffen, mit Spielflächen und Sanitäranlagen als Gesamtes.«

Bachlauf sichtbar machen

Rainer Tropp, Planer des Gießener Büros »Stadtentwicklung 360°«, hat die Vorschläge der AG in seine Überlegungen mit aufgenommen. 360° will die Vorbereitung der kommunalen Projekte übernehmen. Würde der Platz zusammen mit der Kita, der Schule, dem Sport- und dem Spielplatz weiterentwickelt, könne er »eine hochqualitative Ecke« werden.

So könne etwa der zweite Bach, der verrohrt unter dem Platz hindurchläuft, an die Oberfläche zurückgeholt werden. Tropp schlug vor, die Fahrzeughalle des Feuerwehrhauses als überdachten Treffpunkt zu erhalten: »Die Orangerie von Lang-Göns.«

Dr. Florian Warburg von der Abteilung ländlicher Raum sagte, dass Konzepte für eine Platzgestaltung förderfähig werden. Sebastian Fuchs vom Ortsbeirat ergänzte, dass es in Lang-Göns an einem Ort fehle, wo sich ohne viel Aufwand Veranstaltungen abhalten ließen. Für den Dorfgemeinschaftstag etwa müsse der Bauhof tagelang Anschlüsse und Stromleitungen aufbauen. Wenn diese schon im Platz vorhanden wären, spare dies viel Zeit.

Eine weitere Station war der Festplatz. Bislang fehle im Kernort ein Treffpunkt für Jugendliche, sagte Reusch. Diesen könnte man auf dem Festplatz einrichten. Dafür könnte auch die ehemalige Flüchtlingsunterkunft genutzt werden. FOTO: PAD

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