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Die Kunst auf der Schilderbrücke

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Von: Patrick Dehnhardt

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age_schild_2803_180122_4c_1 © Alexander Geck

Graffitis gab es schon vor Tausenden von Jahren, wie Funde in Pompeji zeigen. Manche sind recht einfallslos - irgendwelche Künstlernamen, in der Szene auch »tag« genannt, werden in übergroßen Buchstaben an Wände gesprüht. Gut - die einen kaufen sich ein dickes Auto, die anderen brauchen ihren Namen in riesengroß, um irgendwas zu kompensieren...

Es gibt aber auch Graffitis, die wahre Kunstwerke sind. Ein - wenn auch vermutlich illegales - Beispiel dafür ist auf der Rückseite einer Schilderbrücke der A45 zwischen der Talbrücke Lang-Göns und dem Gambacher Kreuz zu finden.

Statt dort sein Ego, äh, seinen Namen in riesengroß aufzusprühen, hat die Künstlerin oder der Künstler drei Fenster in den Sternenhimmel geöffnet. Planeten kreisen durch das All, Sterne funkeln, selbst der Saturn ist zu sehen. Ein wunderbares Werk, das so manchem Autofahrer auf der Gegenspur bereits viel Freude bereitet hat - gerade wenn mal wieder vor der Baustelle an der Talbrücke Lang-Göns Stau ist (dass auf dem Baustelleninformationsschild steht, dass diese Baustelle bereits im Dezember 2021 beendet sein soll, muss den regelmäßigen Pendlern wohl nicht erzählt werden).

Aber wenn schon gesprayt wird, dann bitte so etwas! Leute, die glauben, dass ihr Name das wichtigste auf der Welt ist, haben wir schließlich schon genug. Kunst sollte zudem immer für sich sprechen. Wenn ein Bild nur etwas wert ist, weil X es gemalt hat, egal was darauf zu sehen ist, ein Buch als Hochliteratur gilt, nur weil Y es geschrieben hat - dann wird das Werk selbst dadurch doch entwertet. pad/FOTO: AGE

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